Eine Woche lang blicken Gamer, Publisher und Konsolenhersteller jetzt wieder nach Köln. Die erfolgreichsten Spiele und größten Entwicklerstudios stammen zwar aus den USA und Asien, doch die Koelnmesse zieht sie fast alle an. Das ist nicht zuletzt das Verdienst von Tim Endres, der als Direktor der Gamescom die Messe verantwortet.Das „Messevirus“ habe ihn schon während des Studiums gepackt, sagt Endres im Gespräch mit der F.A.Z. Im Alter von sechs Jahren mit seiner Familie aus dem Umland nach Köln gezogen, studierte er dort BWL und besuchte Seminare am Institut der Messewirtschaft. Nach dem Studium heuerte er bei der Koelnmesse als Trainee an – und blieb. In diesem Jahr feiert er sein 25. Betriebsjubiläum.Endres selbst spielt mit seinen Söhnen das Autorennspiel „Mario Kart“, ansonsten ist die Gaming-Branche für ihn ein „Business“. Die Verantwortung für die Gamescom trägt er, seitdem deren Wechsel von Leipzig nach Köln feststand; der erfolgte 2009. In Köln stiegen die Besucherzahlen dann rasant, schon ab 2010 erlebte die Messe einen Boom, getragen durch Content Creator, damals Youtuber genannt, die massenhaft Fans anzogen. Ihren Rekord stellte die Gamescom 2019 mit 373.000 Besuchern auf.Xbox, Nintendo und EA kommen auf die Gamescom – Sony nichtDie Gamescom war nie bloß eine Fachmesse für Aussteller, sondern schon immer auch ein Publikumsmagnet. Natürlich sind große Player wie Xbox, Nintendo, Ubisoft und EA in Köln vertreten. Es werden neue Spiele präsentiert, ebenso wie VR-Brillen oder Smart Glasses. Doch längst sind nicht alle wichtigen Konsolenhersteller und Publisher dort vertreten. Sony, der Hersteller der Playstation, bleibt dem Event seit der Corona-Pause fern. „Wir sind in Gesprächen“, sagt Endres.Tim Endres, Direktor der GamescomKoelnmesse GmbHNach dem Aus der einstigen Leitmesse E3 aus den USA im Jahr 2023 hat die Gamescom als größte Computerspielmesse der Welt nochmals an Bedeutung für die Koelnmesse gewonnen. In diesem Jahr ist die Ausstellungsfläche erstmals ausgebucht. „Immer mehr Unternehmen möchten an der Gamescom teilnehmen und ihre Community hier erreichen“, sagt Gamescom-Direktor Endres. 1700 Aussteller sind es in diesem Jahr – auch das ein Rekord.Insbesondere am kommenden Wochenende wird es richtig voll in den Messehallen, wenn sich Tausende Fans, darunter zahlreiche Cosplayer in bunten Kostümen, um die Stände scharen. Den Besucherrekord will Endres indes gar nicht unbedingt brechen. „Dem jagen wir nicht hinterher.“ Er setzt ergänzend auf digitale Formate, wodurch der Andrang in den Messehallen gelindert wird: Events werden live übertragen und erreichten 2025 mehr als eine Milliarde Fans an den Monitoren.Sie blicken aus der ganzen Welt nach Köln. Die Spielebranche selbst moniert, dass es in Deutschland anders als in Kanada oder Frankreich keine Steuerförderung für die Unternehmen gibt. Diese solle es für große Studios attraktiver machen, Ableger hierzulande anzusiedeln. Doch daran kann selbst Endres wenig ändern.