Attacken, Drohungen, Desinformation: Sechs von zehn Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Sachsen-Anhalt sind laut einer Umfrage schon einmal beleidigt, bedroht oder tätlich angegriffen worden. In Mecklenburg-Vorpommern haben das vier von zehn Amtsträgern schon erlebt, wie eine Forsa-Befragung im Auftrag der Körber-Stiftung zur Stimmung in den Rathäusern vor den Landtagswahlen in den beiden Ländern zeigt.Außerdem nehmen rund die Hälfte der Bürgermeister und Ratsmitglieder in Mecklenburg-Vorpommern und sechs von zehn in Sachsen-Anhalt wahr, dass sich die allgemeine Stimmung in ihrer Stadt oder Gemeinde in den vergangenen Monaten verändert hat. Am häufigsten genannt wurden dabei eine wachsende Unzufriedenheit mit der Bundes- und Landespolitik, Vertrauensverlust gegenüber diesen staatlichen Ebenen sowie allgemein eine gestiegene Unzufriedenheit, Frustration und Resignation. Befragte in Sachsen-Anhalt erwähnen auch eine zunehmende Polarisierung.

An der Onlinebefragung haben vom 3. Juli bis 17. August 232 Bürgermeister, 434 Ratsmitglieder und 123 leitende Mitarbeitende von Kommunalverwaltungen aus beiden Bundesländern teilgenommen.»Raueres Klima, Desinformation und wachsender politischer Druck«In Sachsen-Anhalt wird am 6. September gewählt, in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September. Falls die AfD die künftige Landesregierung anführen sollte, erwarten in Mecklenburg-Vorpommern 44 Prozent der leitenden Verwaltungsmitarbeitenden größere Auswirkungen auf Strukturen und Abläufe der Kommunalverwaltung, in Sachsen-Anhalt 52 Prozent.