Zwei Wochen nach der partiellen Sonnenfinsternis folgt am Freitag, 28. August, eine partielle Mondfinsternis. Erneut ist sie auch von Deutschland aus zu sehen. Dass beides aufeinanderfolgt, ist an sich keine Seltenheit: Man spricht von einer Finsternissaison. Weniger häufig kommt es hingegen vor, dass beide Ereignisse vom selben Ort aus zu sehen sind.Eine Mondfinsternis tritt nur bei Vollmond auf, dann stehen Sonne, Erde und Mond annähernd auf einer Linie. Die Erde befindet sich zwischen Sonne und Mond, weswegen der Mond in seiner Umlaufbahn durch den Schatten der Erde wandert.Demnach müsste jeden Monat eine Mondfinsternis auftreten, oder? Nicht ganz. Die Mondbahn ist um rund fünf Grad gegen die Ekliptikebene, auf der sich die Erde um die Sonne bewegt, geneigt. Deswegen zieht der Mond bei Vollmond meistens oberhalb oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Zu einer Mondfinsternis kommt es nur dann, wenn sich der Mond in der Nähe des Punktes befindet, an dem seine Bahn die Ekliptikebene schneidet.Astronomen teilen den Erdschatten in zwei Bereiche ein: die äußere Penumbra, den Halbschatten, und die innere Umbra, den Kernschatten. Liegt der Mond vollständig im Kernschatten, gelangt kein direktes Sonnenlicht zu ihm. Dann spricht man von einer totalen Mondfinsternis. Am Freitag wird jedoch nur ein Teil des Monds vom Kernschatten der Erde verdunkelt.Auch bei einer totalen Mondfinsternis ist der Mond nicht ganz dunkelAuch während einer totalen Mondfinsternis ist der Mond nicht komplett dunkel. Rote Lichtanteile werden in der Erdatmosphäre weniger stark gestreut als blaue und erreichen den Mond eher. Deshalb erscheint er kupferrot.Bei der partiellen Finsternis am Freitag könnte deshalb der vom Kernschatten erfasste Teil des Monds rötlich erscheinen. „Der Mond befindet sich während der Annäherung an das Maximum bereits sehr tief über dem Horizont, und es wird durch die Dämmerung schon hell werden. Deshalb ist noch nicht ganz klar, ob man die rötliche Färbung überhaupt sehen kann“, sagt Carolin Liefke, Astrophysikerin und stellvertretende Leiterin des Hauses der Astronomie auf dem Campus des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg.Spektakel am Himmel:So war die Sonnenfinsternis in MünchenHunderttausende haben mitgefiebert und in den Himmel geblickt: Eindrücke von der Sonnenfinsternis in München und Umgebung.Sonnenfinsternis und Mondfinsternis haben eng miteinander zu tun: Man könnte sagen, dass sie zwei Seiten derselben Münze sind. Wenn sich Sonne, Erde und Mond bei Vollmond etwa in einer Ebene befinden, gilt das auch für Neumond.Eine Sonnenfinsternis tritt bei Neumond auf: Dann steht der Mond zwischen Sonne und Erde, und der Mondschatten fällt auf die Erde. Dagegen findet eine Mondfinsternis bei Vollmond statt, diesmal ist es der Erdschatten, der auf den Mond fällt, weil die Erde zwischen Sonne und Mond steht.„Der maximale Verdunkelungsgrad tritt dann auf, wenn es am Beobachtungsort noch mitten in der Nacht ist“, sagt Liefke. „Wer sich beispielsweise im Osten der USA oder in Südamerika befindet, kann deutlich mehr von der Finsternis sehen. Auch wer weiter westlich Urlaub macht, etwa in Spanien oder Portugal, wird mehr von der Finsternis beobachten können als wir in Deutschland.“Die partielle Mondfinsternis am Freitag wird von Deutschland aus vor allem im Westen gut zu sehen sein. Auch in Bayern könnte man einen Blick darauf erhaschen, wenn das Wetter mitspielt. Zwei Tage im Voraus sind die Prognosen nicht zuverlässig, aber die Voraussetzungen scheinen nicht ideal zu sein. Wolken, Niederschläge und teils sogar Gewitter werden vorhergesagt. Um 4.33 Uhr am Freitagmorgen tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein, die maximale Verfinsterung wird er um 6.13 Uhr erreichen. Da die Dämmerung da schon eingesetzt hat, wird das die Sichtbarkeit der Finsternis weiter erschweren. Wer eine Lücke in den Wolken entdeckt, sollte nach Südwesten schauen.