Lieber Florian Schroeder, Demokratie bedeutet nicht, dass ein Kabarettist, der auf der Schleimspur des Staates kriecht, ganze Bevölkerungsgruppen diskreditieren darf. Demokratie gibt Satire die Möglichkeit, nach oben zu treten - und den Politikern so richtig aufs Maul zu hauen. Demokratie ist es aber nicht, diesen Politikern den roten Teppich auszurollen.
Natürlich erst, nachdem Sie sich versichert haben, dass die Politiker Sie auch weiterhin mit über den roten Teppich laufen lassen. Über die Richtung müssen Sie sich ja keine Sorgen machen, Sie können diesen „Schei...-Politikern“ einfach hinterhertrotten und deren Worte satirisch zugespitzt wiederholen. Da kann man als Kabarettist trotzdem mal die Orientierung verlieren und nicht so genau wissen, wo hinten und vorn, oben und unten ist.
Das kennt man von Kabarettisten der guten alten BRD so gar nicht - nicht von Dieter Hildebrand, nicht von Hanns Dieter Hüsch oder Gerhard Polt. Das Problem ist, Sie unterstellen dem gemeinen Ossi, er sehne sich nach Bevormundung. Derweil hat der doch im Gegensatz zu den durch den allfürsorglichen Sozialstaat gepamperten Westdeutschen genug Erfahrung, wie es sich anfühlt, sich von genau jenen Bevormundungen zu befreien.








