Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat sich kürzlich einen überaus ambitionierten Nebenjob zugelegt: Sie ist nun auch als staatlich bestellte Kabarettkritikerin tätig. Uwe Steimle lässt auf der Bühne ein paar herrlich unverschämte, schwarzhumorige Pointen über Angela Merkel und Friedrich Merz vom Stapel – darunter den Evergreen „Wenn alle Stränge reißen oder der Nagel bricht, dann stellen wir sie an die Wand“ sowie den kleinen Sehnsuchtsruf „Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?“. Und prompt wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet - wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten“.
Das Feine daran: Nicht die Betroffenen selbst waren so zartbesaitet, nach staatlich vollzogener Genugtuung zu schreien. Merkel und Merz haben offenbar noch genug Humor übrig. Stattdessen waren es - wieder einmal - besonders engagierte Privat-Denunzianten, die sich bemüßigt fühlten, den Staatsanwalt als ihren persönlichen Beschützer anzurufen. Respekt, Leute – so viel Zivilcourage in Zeiten von Netflix und Lieferando hätte man euch gar nicht zugetraut.
Staatsfeindliche Hetze vs. Androhung von Straftaten
Kleiner Sidekick: Werner Finck hat im Dunkeldeutschland der 1930er Jahre exakt denselben Witz über Adolf Hitler gemacht - und landete prompt bei der Gestapo. What a Vergleich! Folgt nun eine Anzeige?











