Die brasilianische Datenschutzbehörde ANPD hat gegen ByteDance, den chineischen Mutterkonzern des sozialen Netzwerks TikTok, wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das brasilianische Datenschutzgesetz eine Geldstrafe in Höhe von 153,7 Millionen Reais (25,6 Millionen Euro) verhängt. Die Entscheidung wurde am Dienstag im Amtsblatt veröffentlicht. Der Grund für die Strafe sind Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Daten von Kindern und Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren.

Bei den Zugriffsformen „Feed ohne Registrierung“, die jedem Nutzer ohne Kontoerstellung zur Verfügung steht, und im „Feed mit Registrierung“, der mit einem im sozialen Netzwerk registrierten Profil verknüpft ist, sei die Verarbeitung personenbezogener Daten von Kindern und Jugendlichen ohne ausreichende Rechtsgrundlage festgestellt worden, erklärte die Datenschutzbehörde.

Sie ordnete die Löschung der unrechtmäßig erhobenen Daten innerhalb von 60 Werktagen an. Zudem muss das Unternehmen ab sofort einen Maßnahmenplan zur Verbesserung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen auf seiner Kurzvideoplattform umsetzen. TikTok muss unter anderem die restriktivsten Datenschutzeinstellungen für Konten von Nutzern unter 16 Jahren automatisch anwenden. Diese können nur mit Zustimmung der Eltern geändert werden. Ziel ist es, die elterliche Aufsicht zu stärken. Zudem muss das soziale Netzwerk strengere Inhaltsfilter implementieren. In der Version ohne Registrierung muss TikTok die Werbung aussetzen, die Nutzererfahrung auf altersgerechte Inhalte beschränken und die Verarbeitung personenbezogener Daten reduzieren.