Giftschlangen beißen und töten weit mehr Menschen, als offizielle Zahlen zeigen. Betroffen sind hauptsächlich Regionen, in denen viele Opfer nie ein Krankenhaus erreichen. Ein weiteres Problem: der Mangel an Gegengiften.

25.08.2026, 20.18 Uhr

Die Westafrikanische Sandrasselotter gehört zu den Vipern

Weltweit werden einer Studie zufolge wesentlich mehr Menschen von Giftschlangen gebissen als bisher angenommen. Ein Autorenteam kommt im Fachmagazin »Plos Medicine« zu dem Schluss, dass pro Jahr zwischen 2,1 und 7 Millionen Menschen solche Bisse erleiden. Daran sterben demnach jährlich zwischen 274.000 und 513.000 Menschen.

Fast die Hälfte der Vergiftungen und Todesfälle (45 Prozent) entfällt demnach auf Afrika südlich der Sahara, mehr als ein Viertel (27 Prozent) auf Südasien. Allerdings räumt das internationale Forschungsteam um Dileepa Senajith Ediriweera von der Liverpool School of Tropical Medicine ein, dass die Datengrundlage für die Schätzungen teilweise sehr dünn ist.»Obwohl Vergiftungen durch Schlangenbisse als großes Gesundheitsproblem gelten, sind verlässliche Daten zu Häufigkeit und Sterblichkeit in den ländlichen Tropen, wo die Schlangenbisse meistens vorkommen, sehr spärlich«, schreibt die Gruppe. Da die meisten Betroffenen nicht ins Krankenhaus gingen, sondern traditionell behandelt wurden, dürften deutlich mehr Bisse und Todesfälle auftreten, als offiziell erfasst werden.