Auch bei dem kürzlich bekannt gewordenen Fall, dass AliExpress Nutzer offenbar mittels einer Audio-Schnittstelle identifiziert, handelt es sich um sogenanntes Browser Fingerprinting. Bei diesem sehr weit verbreiteten Verfahren liest ein Skript technische Eigenschaften des Browsers sowie des Rechners aus. Dazu zählen die installierte Browserversion, das Betriebssystem, die Bildschirmauflösung, verfügbare Schriftarten, installierte Plug-ins, die Zeitzone, Spracheinstellungen und sogar hardwarespezifische Eigenschaften der Grafikkarte.

Aus solchen Datenpunkten lässt sich ein einzigartiger Fingerabdruck ermitteln, der mit hoher Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Browser auf einem bestimmten Gerät und damit indirekt den Nutzer identifiziert. Auf diese Weise können Werbetreibende verfolgen, für welche Websites und Inhalte sich Nutzer interessieren und ihnen besser darauf zugeschnittene Anzeigen präsentieren.

Auf der Website von Tom Ritter, Security Engineer bei Mozilla, kann jeder den Quellcode der Tracking-Skripte inspizieren und den Wert für den Fingerabdruck seines Systems ermitteln lassen.

Browser Fingerprinting kann aber zum Beispiel auch zur Betrugserkennung eingesetzt werden. Matt Callaghan, der die zwei Browser-Fingerprinting-Skripte von Alibaba gefunden hat, hält das durchaus für möglich. Tom Ritter, Security Engineer bei Mozilla, hat die zwei Skripte auf einer Website eingebaut. Dort kann jeder ihren Quellcode inspizieren und den Wert für den Fingerabdruck seines Systems ermitteln lassen.