Alibabas Onlineshop AliExpress hat offenbar seine Kunden getrackt, ohne dass sie es merken. Auf seiner Seite werden anscheinend Skripte ausgeführt, die im Hintergrund unhörbare Audiosignale erzeugten. Da diese auf jedem Gerät etwas anders verarbeitet werden, machen sie den Weibseiten-Nutzer wiedererkennbar – ganz ohne Cookies.

Aufgeflogen ist die Praxis durch einen Zufall: Ein Entwickler bemerkte Probleme mit seinen Multipoint-Bluetooth-Kopfhörern, solange bei ihm ein AliExpress-Tab geöffnet war. Wie TechSpot berichtet, wechselten die Kopfhörer nicht mehr korrekt zwischen Computer und Smartphone. Sobald der AliExpress-Tab geschlossen wurde, verschwand das Problem. Bei der Analyse des Quellcodes stieß der Entwickler auf Skripte, die über die Web Audio API Audio-Processing-Graphen aufbauen.

Diese Skripte erzeugen bei jedem Nutzer ein identisches Audiosignal und messen dann winzige Unterschiede in der Art, wie verschiedene Geräte dieses Signal verarbeiteten. Diese Abweichungen ergeben sich aus dem Zusammenspiel von Prozessor, Soundchip, Treibern, Betriebssystem und Browser-Implementierung, deren Kombination bei jedem Gerät etwas anders ist. So entsteht eine Art digitaler Fingerabdruck, der ein Gerät über längere Zeiträume wiedererkennbar machen kann – ohne dass dafür Cookies gesetzt werden müssen.