Der amerikanische Spezialist für autonomes Fahren will schon 2027 selbstfahrende Taxis für München anbieten. Das kündigte das Unternehmen am Dienstag an. Ob dazu aber Waymo-Taxis oder eigene Fahrdienste wie etwa die von Uber geboten werden sollen, bleibt vorerst offen.„Das Unternehmen arbeitet eng mit der Landeshauptstadt München, dem Freistaat Bayern und der Bundesregierung zusammen, um gemeinsam Möglichkeiten zu erkunden, wie autonomes Fahren das bestehende Verkehrsangebot aus öffentlichem Nahverkehr, Radverkehr und Fußverkehr sinnvoll ergänzen kann“, teilt das Unternehmen dazu mit. Waymo werde in den Aufbau eines lokalen Flottenbetriebes investieren und bemühe sich um die Genehmigungen für den Einsatz fahrerloser Autos. Gegen Ende 2027 würden diese Dienstleistungen allen zugänglich gemacht.Deutschland und speziell den Technologiestandort München sieht Waymo als attraktiven Standort für seine Aktivitäten, weil in Deutschland 2021 zum ersten Mal auf der Welt ein Rechtsrahmen für autonomes Fahren nach Level 4 geschaffen worden sei. Dabei geht es um fahrerloses Fahren von Autos in bestimmten abgegrenzten Bereichen, im Gegensatz zu Level 2, wo der Fahrer immer noch den Verkehr verfolgen muss, oder zu Level 3, bei dem das Auto zwar selbständig fährt, der Fahrer aber an Bord sein muss und in der Lage sein muss, innerhalb von wenigen Sekunden einzugreifen.Autonomes Fahren soll direkt aus Europa kommenNoch 2026 sollen Waymo-Autos auf den Münchener Straßen zu sehen sein, allerdings erst einmal nur mit Fahrern, um die Stadt zu kartieren. Zudem sollen mit Fahrern an Bord Testfahrten unternommen werden.Für das Waymo-Projekt gibt es unterstützende Worte sowohl von der Bundesregierung als auch von der Landesregierung in München. Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, kommentiert: „Wir wollen Deutschland zu einem weltweit führenden Innovations- und Produktionsstandort für autonomes Fahren machen.“Der führende Anbieter kommerzieller Robotaxi-Dienste Waymo habe das Potential Deutschlands als rechtssicheren Standort erkannt. „Das zeigt, dass autonome Mobilitätsdienste in Deutschland im Regelbetrieb möglich sind. Wir müssen nun die Stärken unseres Standorts nutzen und autonome Mobilitätsangebote aus Europa heraus entwickeln.“Der Anspruch Deutschlands müsse es aber sein, dass diese Technologien nicht nur in Europa genutzt, sondern auch hier entwickelt und betrieben werden. „Autonomes Fahren leistet einen spürbaren Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität für alle Menschen – über alle Altersgruppen, Lebenslagen und Regionen hinweg“, sagte Hirte.