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DIE ZEIT: Die EU hat 2023 eine Richtlinie zur Transparenz bei Gehältern verabschiedet. Deutschland müsste sie eigentlich umsetzen in einem »Entgelttransparenzgesetz«, tut das aktuell aber nicht. Die Richtlinie sieht vor, dass Arbeitnehmer, die die gleichen Tätigkeiten ausführen, das gleiche Gehalt bekommen sollen und beim Arbeitgeber anfragen können, ob das für sie der Fall ist. Denken Sie, so ein Gesetz würde für mehr Gerechtigkeit sorgen?
Lisa Paus: Ja, denn wir haben einen Gender-Pay-Gap: Frauen verdienen für gleiche Arbeit weniger als Männer. Das messen wir seit gut 20 Jahren, und seitdem hat sich zwar ein bisschen was verändert, aber de facto ist die Lage festgefahren. Deswegen halte ich es für richtig, dass Arbeitgeber ihre Kriterien bei Gehältern objektiver machen müssen. Genau dazu braucht es ein Gesetz. Auf der Grundlage können Arbeitnehmer und Arbeitgeber besser miteinander verhandeln. Es wäre ein Game-Changer für mehr Gleichstellung.






