Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr trotz Belastungen durch den Iran-Krieg schneller gewachsen als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni dank höherer Exporte um 0,3 Prozent zum Vorquartal, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Eine frühere Schätzung hatte nur ein Plus von 0,2 Prozent ergeben.
„Die Wachstumsdynamik der deutschen Wirtschaft vom Jahresbeginn setzt sich fort“, sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand (59). Das gehe erneut „auf die gute Exportentwicklung zurück“. Europas größte Volkswirtschaft wuchs dadurch bereits das dritte Quartal in Folge: Ende 2025 reichte es zu einem Wachstum von 0,3 Prozent, in den ersten drei Monaten 2026 zu 0,4 Prozent.„Das sind erfreuliche Nachrichten“, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. „Gemessen an den stellenweise düsteren Konjunkturaussichten in Anbetracht des Iran-Krieges fällt das deutsche Wachstum erstaunlich solide aus.“ Die guten Nachrichten könnten sich fortsetzen, fügte Gitzel hinzu und verwies auf den rekordhohen Auftragsbestand der Industrie. „Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer gehören zu den Profiteuren des KI-Booms“, betonte der Chefvolkswirt. „Für den Bau von Rechenzentren bedarf es in vielen Bereichen deutscher Technik.“












