Reicht die Zahl der Soldaten aus, um die Front im Donbass zu halten? Diese Frage treibt die ukrainische Militärführung seit Monaten um, und offenbar wird nun über eine neue Option nachgedacht: eine Anhebung statt einer Senkung der Altersgrenze. Wie Roman Kostenko, Sekretär des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses der Werchowna Rada, der Ukrajinska Prawda sagte, werde im Generalstab derzeit erwogen, den Kreis der Wehrpflichtigen auf Männer bis 50 oder 55 Jahre zu begrenzen. Ausgenommen blieben demnach Reservisten mit Mangelberufen oder für die Armee besonders wichtigen Qualifikationen.
Eine solche Regelung würde de facto bedeuten, dass Männer jenseits dieser Altersgrenze künftig gar nicht mehr zum Militärdienst herangezogen werden könnten – anders als bisher, wo die Mobilisierung formal bis 60 Jahre reicht. Kostenko zufolge müsste dafür nicht einmal das Gesetz geändert werden. „Es reicht eine entsprechende verwaltungsrechtliche Entscheidung“, erklärte der Abgeordnete gegenüber der Ukrajinska Prawda. Einen Beschluss gebe es aber noch nicht, betonte er. Diskussionen über mögliche Varianten dauerten an.
Eine Senkung der Altersgrenze unter 25 Jahre stehe dagegen derzeit nicht zur Debatte, stellte Kostenko klar. „Eine solche Entscheidung lässt sich ohne Gesetzesänderung nicht umsetzen.“ Zugleich hatte er bereits vergangene Woche im ukrainischen Fernsehen angekündigt, dass „radikale“ Maßnahmen in der Mobilisierung bevorstünden, da die eingeführten Geldzulagen für Vertragssoldaten die Zahl der Freiwilligen nicht steigen ließen. Ganz im Gegenteil: Die Zahl der Soldaten, die der ukrainischen Armee zur Verfügung stünden, stagniere oder sinke sogar.








