In Taiwan hat die dortige Staatsanwaltschaft Anklage gegen neun Personen erhoben, darunter Mitarbeiter des US-Chipkonzerns Nvidia und des US-Computerherstellers Super Micro Computer. Sie sollen am illegalen Export von mit Nvidia-Chips ausgestatteten KI-Servern nach China beteiligt gewesen sein. Das berichtete am Montag die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf die taiwanischen Behörden. Nvidia-Prozessoren unterliegen strengen Exportkontrollen der USA und Taiwans.
Acht Personen, darunter ein Mitarbeiter der taiwanischen Nvidia-Niederlassung und zwei Mitarbeiter der taiwanischen Super-Micro-Filiale, wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft der nordöstlichen Hafenstadt Keelung wegen Untreue und Urkundenfälschung im Zusammenhang mit der illegalen Ausfuhr von High-End-KI-Servern angeklagt. Die Anklage gegen einen neunten Beschuldigten betrifft die mutmaßliche Veruntreuung von Geldern eines der an den Exportgeschäften beteiligten Unternehmens.
Gefälschte Dokumente
Wie Reuters berichtet, waren die Endnutzer-Bescheinigungen gefälscht. Darin wurde der Anschein erweckt, dass 130 bei Super Micro Computer bestellte B300-Server in einem angemieteten Rechenzentrum in Taiwan installiert und genutzt würden; 74 Server aber wurden an chinesische Kunden exportiert und ausgeliefert. Dies geschah sowohl über Direktlieferungen nach China als auch über Verladungen in Indonesien, Japan und Hongkong. Die restlichen 56 Server sollten an ein Unternehmen in Japan exportiert werden, doch taiwanische Zollbeamte stellten Unregelmäßigkeiten fest und stoppten den Export.










