Auf große Hitze folgen in vielen Teilen Europas in diesem Sommer schwere Unwetter mit teils dramatischen Folgen. So hat ein Tornado in einem Dorf im Südwesten Frankreichs viele Häuser beschädigt. 41 Menschen seien bei dem Sturm am Montag in Pomas verletzt worden, teilte die Präfektur des Départements Aude mit. Unter ihnen war auch eine schwangere Frau, die verletzt wurde, als ihr Haus über ihr zusammenbrach, wie ihr Ehemann der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

In der Gemeinde am Ausläufer der Pyrenäen wurden mehr als 100 Häuser beschädigt, wie es von den Behörden hieß. Die dritte Etappe des Radrennens Vuelta a España, die im Département Aude stattfand, musste wegen eines Hagelsturms abgebrochen werden.Stürme in ganz Südfrankreich führten zu Zugverspätungen, Straßensperrungen und Flugausfällen an mehreren Flughäfen. Rund 2800 Haushalte in zehn Dörfern waren nach Behördenangaben zeitweise ohne Strom. In Frankreich treten im Durchschnitt mehrere dutzend Tornados pro Jahr auf.

Der Tornado war nach Erkenntnissen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am vergangenen Mittwoch durch den Großraum Wetzlar gefegt. Im Wetzlarer Stadtteil Münchholzhausen waren etwa 60 Häuser beschädigt worden. In Solms hatte es laut Didlapp insgesamt etwa ein Dutzend Häuser getroffen. Auch andernorts in Hessen hatten Unwetter Schäden verursacht.So wurden die Beschädigungen bei dem Unwetter am vergangenen Mittwochabend in Schlitz (Vogelsbergkreis) nach Einschätzung von Experten wahrscheinlich ebenfalls durch einen Tornado verursacht. Es habe sich »ziemlich sicher« um einen Tornado gehandelt, teilte Felix Dietzsch von der Tornado-Expertengruppe des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach mit. Dafür würden sehr viele Indizien sprechen, der Fall werde jedoch noch untersucht.