Die Algorithmen, die das ZDF auf seinem Streaming-Portal einsetzt, fördern Vielfalt und Pluralismus. Das erklärte der Intendant Norbert Himmler auf der diesjährigen Digitalmesse re:publica. Sein Kollege und derzeitige ARD-Vorsitzende Florian Hager ergänzte: „Wir müssen allen Menschen ein Angebot machen“

Viele Menschen sind hingegen überzeugt, dass den Sonntagsreden keine Taten folgen. Bei den deutschen Verwaltungsgerichten sind Tausende Verfahren gegen öffentlich-rechtliche Sender anhängig. Die Kläger wollen den Rundfunkbeitrag nicht mehr zahlen, da ARD, ZDF und Co. in ihren Augen unausgewogen berichten und sie sich nicht mehr im Meinungsspektrum der Berichterstattung wiederfinden.

So trug am 11. August 2026 beim Verwaltungsgericht Hannover ein ehemaliger Bundeswehrsoldat seine Klage vor: Während der Corona-Zeit sei er als maßnahmenkritischer Mensch vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) als rechter Verschwörungstheoretiker dargestellt worden. Unter anderem sah er § 3 des Medienstaatsvertrages verletzt, der besagt, „die Angebote sollen dazu beitragen, die Achtung vor Leben, Freiheit und körperlicher Unversehrtheit, vor Glauben und Meinungen anderer zu stärken.“

Beispiele für journalistische Mangelleistung im ÖRR sind zahlreich. So schreibt ein Mitarbeiter des WDR, der anonym bleiben möchte, auf der Website Meinungsvielfalt.jetzt: „Egal, ob Energiepolitik, Corona oder Migrationsfragen, die Leitlinien der Berichterstattung sind mehrheitlich durch politisch motivierte Redakteure so vorgegeben und eingeengt, dass eine echte Auseinandersetzung von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Es ist immer das gleiche ideologisch geprägte Weltbild, das sich in Sprache und Duktus durchsetzt – und letztlich auch so ausgestrahlt wird. Das Ringen um Positionen und das Verständnis für die Probleme der Bevölkerung sind einer Art erzieherischem Haltungsjournalismus gewichen, der mich zutiefst anödet und gleichzeitig erschreckt. Das hat mit Meinungspluralität, wie im gesetzlichen Auftrag festgeschrieben, wenig bis nichts mehr zu tun.“