Bei einer Robotermeisterschaft in China hat ein Humanoid den menschlichen Geschwindigkeitsrekord gebrochen. Was soll das für ein Fortschritt sein?
W enn gedopte Sportler*innen schon eigene Meisterschaften haben, um zu sehen, was man so aus Körpern herausholen kann, wenn man ihnen Drogen gibt, ist der nächste Schritt eigentlich gar nicht mehr weit: die menschliche Komponente mal ganz aus dem Wettkampf herauszunehmen. So kommt es, dass am Wochenende bei den zweiten Weltmeisterschaften humanoider Roboter in China ein ebensolcher Usain Bolts Rekord im 100-Meter-Sprint gebrochen hat.
9,39 Sekunden brauchte das Ding von Smartphonehersteller Honor für die Strecke. Dem entgegen stehen Bolts 9,58. Und dafür gibt’s medialen Applaus. Warum eigentlich? Die elektrische Hebebühne, die schwerere Autos in die Luft hievt als Pipi Langstrumpf oder professionelle Gewichtheber*innen es je könnten, wird ja auch nicht bejubelt. Sie ähnelt uns einfach nicht genug.
Der lustige rote Roboter aber hat Beine und Arme, Oberkörper und einen angedeuteten Kopf. Außerdem schafft er es ebenso wenig wie wir – bei unserem Bestreben nach immer besseren, krasseren technologischen Entwicklungen –, anzuhalten. Stattdessen ballert er nach der Ziellinie voll in eine Mattenwand, bevor er dann von Menschen sorgfältig auf eine Trage bugsiert und abtransportiert wird. Ganz so, als wäre er eine Profifußballerin, die das Finalspiel aus eigener Motivation, mit eigenen Gefühlen, Gedanken, Erfahrungen und Muskeln bestreitet und sich dann das Kreuzband reißt.










