Bessent droht mit „voller Wucht“ der US-SanktionenIm Zuge des von Präsident Donald Trump angekündigten „wirtschaftlichen D-Days“ gegen Iran hat der amerikanische Handelsminister Scott Bessent am Montag weitere Sanktionen angekündigt. Betroffen sind demnach sechzig mit Iran in Verbindung stehende Personen und Organisationen sowie Länder und Firmen, die Geschäfte mit Teheran machen. Diese würden die „volle Wucht der amerikanischen Macht“ zu spüren bekommen, sollten sie den Handel mit Iran nicht innerhalb einer angemessenen Frist einstellen, sagte Bessent. Für jedes Land gelte ein bestimmter Zeitplan, nach dessen Ablauf Washington einschreiten werde. Wer sich widersetze, werde vom internationalen Dollar-System ausgeschlossen. Die Verantwortlichen müssten „entlarvt“ werden, sagte Bessent. Niemand dürfe von einem System profitieren, während er zugleich denjenigen helfe, die dieses System zerstören wollten. Die neuen Sekundärsanktionen zielten auf die fünf wichtigsten Lebensadern der iranischen Wirtschaft: digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold sowie die Luft- und Seefahrt. Iran steht bereits seit Jahren unter internationalen Sanktionen, die an seinem Vorgehen in der Region nur wenig geändert haben. Das Nachrichtenportal Axios berichtete, die amerikanische Regierung könnte sich bis zu den Kongresswahlen im November auf den angeblichen wirtschaftlichen Vernichtungszug gegen Iran konzentrieren. Danach sei eine Wiederaufnahme der Militäroperation möglich, die bei einer Mehrheit der Amerikaner unpopulär ist. Zu Einzelheiten, etwa zu möglichen Sekundärsanktionen gegen China, wollte sich Bessent am Montag auf Nachfrage nicht äußern. „Niemand“ sei außerhalb der Reichweite amerikanischer Sanktionen, sagte er. Ein „Warnschuss“ sei angesichts der Tragweite dieses Schritts angemessen. Trump telefoniere zudem mit Staats- und Regierungschefs auf der ganzen Welt; man habe bereits „Ergebnisse gesehen“. Wie jeder wisse, sei der Präsident „ziemlich überzeugend“. Netanjahu: Iran versuchte einen meiner Söhne „zu töten“Iran hat nach den Worten von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu versucht, einen seiner beiden Söhne zu töten. „Etwas Unglaubliches ist geschehen: Iran hat einen meiner Söhne ins Visier genommen“, sagte Netanjahu in einem Telefoninterview mit dem israelischen Sender Channel 14 am Montag. Iran habe „versucht, einen meiner Söhne zu töten“, sagte der Regierungschef, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Netanjahu tätigte die Äußerung während einer Diskussion über Berichte, wonach der Inlandsgeheimdienst Schin Bet sich geweigert haben soll, den ehemaligen Armeechef Gabi Eisenkot unter Polizeischutz zu stellen. Eisenkot liegt in Umfragen vor der Parlamentswahl am 27. Oktober gleichauf mit Netanjahu. Netanjahu sprach sich für einen durchgehenden Polizeischutz für Eisenkot aus und erklärte, dies sei „kein Luxus“. „Ohne diesen Schutz werden (die Iraner) Erfolg haben“, sagte er. Netanjahu hat zwei Söhne und eine Tochter. Welcher seiner Söhne angeblich ins Visier genommen wurde, war nicht klar. Sein älterer Sohn, der 35-jährige Jair, hielt sich seit 2024 immer wieder länger in Miami auf und steht Berichten zufolge unter dem Schutz des Schin Bet. Kurz nach Bekanntwerden der Äußerungen Netanyahus erklärte der bekannte israelische Journalist Amit Segal auf seinem Telegram-Kanal, dass der angebliche Mordanschlag seit „Monaten“ bekannt sei, aber einer Nachrichtensperre unterliege. Huthi-Rebellen melden Angriff auf saudi-arabisches Schiff im Roten MeerDie jemenitischen Huthi-Rebellen greifen nach Angaben ihres Militärsprechers ein Schiff vor der saudi-arabischen Hafenstadt Janbu im Roten Meer an. Die staatliche saudiarabische Reederei Bahri teilt dazu mit, ihr Schiff „Amzan“ sei in einen Zwischenfall verwickelt. Die Besatzung sei unversehrt. Das Unternehmen stehe in Kontakt mit dem Schiff und stimme sich mit den zuständigen Behörden ab. Zuvor meldete die britische Seefahrtsbehörde UKMTO, ein Tanker sei rund 117 Kilometer westlich von Janbu von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Auch hier heißt es, die Mannschaft sei in Sicherheit und es gebe keine Umweltschäden. Janbu ist der wichtigste Ölhafen Saudi-Arabiens am Roten Meer. Die von Iran unterstützten Huthis verhängten im vergangenen Monat eine Blockade für Schiffe mit Verbindungen zu dem Königreich. Offenbar iranischer Cyberangriff auf britische EnergieinfrastrukturEin Hackerangriff hat im Juli in Großbritannien eine kleine Anlage zur Energieerzeugung für vier Tage außer Betrieb gesetzt. Das berichteten am Sonntag mehrere britischen Medien übereinstimmend. Die Täter sollen Verbindungen zu Iran haben, schrieb die Zeitung „The Telegraph“. Der Nachrichtenagentur PA zufolge hatte es zuvor eine Warnung vor einem Muster störender Cyberaktivitäten durch staatliche und nicht staatliche Akteure gegeben.Ein Regierungssprecher sagte, der Bericht des „Telegraph“ beziehe sich auf einen Vorfall, „der einen kleinen Energieerzeuger betraf“. Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gefahr für das übergeordnete Energiesystem bestanden. Beim nationalen Cybersicherheitszentrum (NCSC) gingen dem Bericht zufolge keine Meldungen über Stromausfälle ein.NCSC-Chef Richard Horne hatte laut der PA Anfang des Jahres gewarnt, dass feindlich gesinnte Staaten, darunter Iran, die britische Infrastruktur zunehmend mit Cyberangriffen ins Visier nähmen.Iran richtet Demonstranten hinIn Iran ist ein Mann im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar hingerichtet worden. Das Todesurteil sei am Sonntagmorgen vollstreckt worden, berichtete das mit der Justiz verbundene Nachrichtenportal Misan. Der Mann war demnach im Januar nahe der Stadt Karaj im Norden des Landes festgenommen worden. Die Justiz warf ihm vor, für Israel, die USA und feindliche Gruppen tätig gewesen zu sein, und gegen die Sicherheit und die nationalen Interessen des Irans gearbeitet zu haben. Die Demonstrationen im vergangenen Winter waren angesichts der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet. Die Behörden gaben laut Misan an, bei der Festnahme des Mannes unter anderem eine Schusswaffe beschlagnahmt zu haben, die er bei den Protesten abgefeuert haben soll. Der Beschuldigte habe die Vorwürfe zurückgewiesen.Erst am Donnerstag hatten die iranischen Behörden einen Mann im Kontext der Massenproteste hingerichtet. Mathias PeerIran will Unterstützer des US-Wirtschaftskriegs als Feinde einstufenDer Leiter des nationalen Sicherheitsrats in Iran, Mohsen Resai, hat Länder in der Region „und auf der ganzen Welt“ davorgewarnt, „sich dem von den USA geführten Wirtschaftskrieg anzuschließen“. Sie würden dann von Iran als „Feind“ betrachtet, sagte er im Staatsfernsehen.US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch angesichts der stockenden Verhandlungen mit Teheran einen umfassenden „Wirtschaftskrieg“ gegen Iran angekündigt. Es werde sich um „die vernichtendste Wirtschaftsoperation“ aller Zeiten handeln, teilte er mit. Zudem drohte Trump jedem Land, das Iran unterstütze oder mit ihm Geschäfte mache, mit „enormen“ Strafmaßnahmen. Die US-Regierung rief ihre Verbündeten sowie China zur Unterstützung dieses „Wirtschaftskriegs“ auf. Die Regierung in Peking wies dies jedoch zurück. Am Montag will US-Finanzminister Scott Bessent sich in einer Pressekonferenz dazu äußern, wie genau Washington den wirtschaftlichen Druck auf den erhöhen will.Resai sagte dazu nun, bislang habe sein Land „keinerlei wirtschaftlichen Interessen Amerikas angegriffen“, sondern lediglich Militärstützpunkte. Wenn die USA aber weitere Wirtschaftssanktionen gegen Iran verhängten, werde sein Land Erdöl- und andere Unternehmen angreifen, die die USA rund um Iran besäßen.Iran erlaubt irakischen Öltankern Durchfahrt Iran erlaubt mehreren irakischen Öltankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Dies meldet die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA. Die Führung in Teheran reagiere damit auf wiederholte Bitten aus dem Irak, die sie über verschiedene Kanäle erreicht hätten. Die Erteilung der Sondergenehmigung war eine der Hauptforderungen Bagdads während des jüngsten Besuchs des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf im Irak. Fabian DrahmouneIran nennt Trumps „Wirtschaftskrieg“ völkerrechtswidrigDer von den USA angekündigte „Wirtschaftskrieg“ gegen Iran wäre nach Überzeugung der Führung in Teheran ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Banken, Unternehmen oder Flughäfen, die der ausschließlichen Gerichtsbarkeit eines Landes unterlägen, dürften nicht von anderen Staaten dazu gezwungen werden, „auf rechtmäßigen Handel mit einem Drittstaat zu verzichten“, schrieb der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai auf X. Um den wirtschaftlichen Druck auf Iran nochmals drastisch zu erhöhen, hatte US-Präsident Donald Trump mit drakonischen Strafen für Staaten gedroht, die Iran weiter unterstützen. Dazu erklärte Baghai nun: „Wirtschaftlicher Zwang, der darauf abzielt, einen souveränen Staat zur Änderung seiner rechtmäßigen politischen Entscheidungen zu zwingen“, stelle einen klaren Rechtsbruch dar. Solche „Sekundärsanktionen“ verstießen gegen die Charta der Vereinten Nationen.Ian Liesch„Position der Stärke“: Irans Präsident will Krieg beendenFast ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn hat der iranische Präsident für ein Ende der militärischen Eskalation geworben. Früher oder später müsse der Krieg beendet werden, sagte Massud Peseschkian laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna auf einer Ärztekonferenz. „Es ist besser, ihn heute zu beenden, da wir in einer Position der Stärke und Würde sind“, fuhr Peseschkian fort. Die USA seien durch den Krieg in der ganzen Welt verhasst, meinte der iranische Präsident, der auch Regierungschef ist.Peseschkian lehnte bei seiner Rede eine Kapitulation kategorisch ab. „Wir werden uns unter keinen Umständen der Einschüchterung beugen, daran besteht keinerlei Zweifel. Bis zum letzten Atemzug werden wir ihnen gegenüberstehen und ihnen eine vernichtende Antwort geben“, sagte er.Türkei erlässt internationalen Haftbefehl gegen NetanjahuIm Rahmen von Ermittlungen zu der Behandlung von Aktivisten der sogenannten Gaza-Hilfsflotte hat die Türkei einen internationalen Haftbefehl gegen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu erlassen. Der türkische Justizminister Akin Gürlek teilte am Freitag im Onlinedienst X mit, Netanjahu und ein weiterer israelische Staatsbürger würden der „Verbrechen gegen die Menschlichkeit, des Völkermords, der schweren Freiheitsberaubung“ sowie weiterer Vergehen beschuldigt, darunter Folter. Die Türkei hatte bereits zuvor Haftbefehle gegen Netanjahu und andere Regierungsvertreter wegen des Vorwurfs des Völkermords im Gazakrieg erlassen.Die Gaza-Hilfsflotte mit rund 430 internationalen Aktivisten an Bord war von der Türkei aus in Richtung Gazastreifen aufgebrochen und Mitte Mai von israelischen Streitkräften im Mittelmeer gestoppt worden. Teilnehmer der Flotte prangerten „Gewalt“ und „Erniedrigungen“ an, denen sie während ihrer Haft durch israelische Sicherheitskräfte ausgesetzt gewesen seien. Israel greift weiter in Südlibanon anDas israelische Militär hat nach Angaben libanesischer Sicherheitskreise in der Nacht zum Freitag die Umgebung der strategisch wichtigen Anhöhen von Ali al-Taher nahe der Stadt Nabatija angegriffen. Auch aus anderen Teilen Südlibanons wurden Explosionen gemeldet. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von Angriffen auch in den Bezirken Bint Dschubail und südlich der Küstenstadt Tyrus. Das israelische Militär teilte mit, es handle sich um „Routine-Angriffe“.Die Anhöhen von Ali al-Taher bei Nabatija gelten wegen ihrer erhöhten Lage als strategisch wichtiger Punkt mit Blick auf weite Teile der Region. Sie sind ein umkämpftes Gebiet im Konflikt zwischen Israel und der Hizbullah. Das Gebiet ist seit Jahren ein wichtiger Einsatz- und Einflussraum der Schiitenmiliz und damit ein wiederkehrender Brennpunkt im Konflikt mit Israel.Aus Kreisen der Hizbullah hieß es, die Organisation werde die Kontrolle über Ali al-Taher an niemanden abgeben. Dort soll sich auch ein unterirdisches Tunnelsystem der Miliz befinden. Trotz Waffenruhe ist das israelische Militär weiterhin in Südlibanon stationiert und verübt weiterhin nahezu täglich Angriffe. Iran will Wirtschaftsbeziehungen zum Irak ausbauenDer iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf fordert angesichts drohender neuer US-Sanktionen engere wirtschaftliche Beziehungen zum Irak. Beide Länder sollten im Handel ihre Landeswährungen nutzen, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern, erklärte Ghalibaf laut seinem Telegram-Kanal vor Wirtschaftsvertretern in Bagdad. Zudem müsse Iran Pläne ausarbeiten, um die „ungerechten Sanktionen“ zu überwinden. US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Donnerstag die nach seinen Worten bislang schärfsten Sanktionen gegen Iran angekündigt, deren Details am Montag bekanntgegeben werden sollen. Ghalibaf wirft den USA und Israel vor, einen Wirtschafts- und Informationskrieg zu führen, da sie eine direkte militärische Konfrontation scheuten. Mehr ladenTickarooLive Blog Software
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USA weiten Sanktionen gegen Iran aus +++ Netanjahu: Iran versuchte einen meiner Söhne „zu töten“ +++ Huthi-Rebellen melden Angriff auf saudi-arabisches Schiff +++ alle Entwicklungen im Liveblog













