Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesNeue russische Angriffe mit Verletzten am UnabhängigkeitstagRussland meldet drei Tote bei ukrainischem Angriff auf KrasnodarSelenskij begeht Unabhängigkeitstag mit Kampfansage an PutinEU-Kommission genehmigt weitere 6,1 Milliarden Euro RüstungshilfeNorwegen sagt Ukraine für 2027 weitere Milliardenhilfe zuPutin ermächtigt Staat zur Übernahme schlecht geschützter InfrastrukturDer russische Präsident Wladimir Putin hat die Behörden per Dekret ermächtigt, die Kontrolle über unzureichend geschützte kritische Infrastrukturen zu übernehmen. Damit reagiert Putin auf die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe etwa auf Ölraffinerien und Logistikzentren. Die Regelung erlaubt es, Vermögenswerte und Eigentumsrechte unter vorübergehende staatliche Zwangsverwaltung zu stellen, wenn die Betreiber ihre Schutzpflichten verletzen oder Schäden nach Angriffen zu langsam beheben, hieß es in dem veröffentlichten Erlass.Betroffen sind unter anderem Einrichtungen aus den Bereichen Energie, Industrie, Verkehr, Logistik und Kommunikation, die für die Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität des Landes von zentraler Bedeutung sind. Die Ukraine hat zuletzt ihre Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien und Logistikzentren verstärkt. Unter anderem wurden seit dem 18. Juli mindestens 24 Lagerhallen des Online-Händlers Wildberries attackiert, wodurch erhebliche Kapazitäten ausfielen. Zudem teilte der zweitgrößte russische Online-Händler Ozon mit, dass vier seiner Logistikzentren im Süden Russlands Ziel ukrainischer Angriffe geworden seien.Putin hatte die Regierung in der vergangenen Woche angewiesen, ein Wiederaufbauprogramm für beschädigte Gewerbe- und Lagerhallen aufzulegen. Vor allem die Attacken auf Raffinerien werden in Russland zunehmend zu einem Problem. Ein Mangel an Benzin und Diesel sorgt in der Bevölkerung für Unmut. An Tankstellen bilden sich vielerorts lange Schlangen, mitunter ist die Abgabe von Treibstoff bereits rationiert. Selenskij: Keine totale Blockade der SchwarzmeerhäfenTrotz ständiger russischer Luftangriffe sind die ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer nach Regierungsangaben aus Kiew nicht komplett blockiert. „Jeweils drei bis vier Schiffe fahren täglich in den Großraum Odessa hinein und wieder hinaus“, sagte Präsident Wolodimir Selenskij auf einer Pressekonferenz am ukrainischen Unabhängigkeitstag in Kiew. Allerdings sei der Hafenumschlag vor Beginn der russischen Drohnen- und Raketenangriffe drei- bis viermal so hoch gewesen.Zuvor sprach der ukrainische Agrarminister Taras Wyssozkyj mehrfach von einer totalen Blockade der Häfen im Großraum Odessa am Schwarzen Meer. Moskau hatte seine Angriffe im Juli nach dem Beginn von ukrainischen Attacken auf Schiffe mit russischem Öl und Getreide ausgeweitet.Britischer Premier Burnham fordert mehr Flugabwehr für UkraineDer britische Premierminister Andy Burnham ruft die Verbündeten der Ukraine dazu auf, dem Land mehr Flugabwehrsysteme aus eigenen Beständen bereitzustellen. "Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun", sagt Burnham zu Beginn eines Treffens der sogenannten Koalition der Willigen. Der russische Präsident Wladimir Putin hoffe darauf, durch Angriffe auf ukrainische Zivilisten mit ballistischen Raketen den Krieg zu gewinnen. "Dies darf niemals zum Sieg führen." Zudem fordert Burnham schärfere Sanktionen gegen russische Öl- und Flüssigerdgas-Exporte (LNG), um den Druck auf Moskau zu erhöhen.Burnham will es der Ukraine ermöglichen, Raketen selbst zu produzieren:Neue russische Angriffe mit Verletzten am UnabhängigkeitstagAm ukrainischen Unabhängigkeitstag ist infolge neuer russischer Angriffe mindestens ein Zivilist in der Stadt Pawlohrad getötet worden. In der Industriestadt seien zwei Menschen verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Autos seien abgebrannt und Fensterscheiben in Mehrfamilienhäusern geborsten. Zur eingesetzten Waffe machte er keine Angaben.Parallel dazu wurden nach Behördenangaben bei einem Drohnenangriff auf das Zentrum der nordostukrainischen Großstadt Tschernihiw mindestens 20 Menschen verletzt. Zwei Frauen seien mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte der Militärgouverneur Wjatscheslaw Tschaus mit. Ein Mehrfamilienhaus sei beschädigt worden.Selenskij: Ukraine erhält Kriegsgefangene zurückDie Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij zehn als vermisst geglaubte Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückerhalten. Die Angehörigen der Streitkräfte und der Nationalgarde seien bei einer über Belarus organisierten Sonderphase des Gefangenenaustausches in die Heimat zurückgekehrt, teilte Selenskij bei Telegram und X mit. Er veröffentlichte Fotos der in ukrainische Flaggen gehüllten Männer.„Sie haben das Land an der Front im Raum Donezk verteidigt. Sie alle galten als vermisst. Und es ist sehr wichtig, dass es uns gelungen ist, sie zurückzuholen“, sagte Selenskij. Weil er von einem Austausch sprach, dürfte auch die russische Seite Gefangene zurückerhalten haben. Nach Medienberichten erhielt Moskau ebenfalls zehn Soldaten zurück. Eine offizielle russische Bestätigung stand noch aus.Die Ukraine und Russland haben in ihrem seit viereinhalb Jahren andauernden Krieg immer wieder Gefangene ausgetauscht – meist die gleiche Anzahl auf beiden Seiten. Tausende Soldaten kamen auf diesem Weg schon in Freiheit. Bei solchen humanitären Aktionen übergeben die Kriegsparteien auch immer wieder die Überreste von Gefallenen.Ratspräsident Costa fordert Einsatz für EU-Aufnahme der UkraineEU-Ratspräsident António Costa hat am Nationalfeiertag der Ukraine für eine entschlossene Unterstützung der EU-Beitrittsbestrebungen des Landes geworben. „Wir alle wissen, dass der Beitritt ein anspruchsvoller Prozess ist“, sagte er in einer Rede auf dem Sophienplatz in Kiew. „Doch diese Herausforderungen dürfen unsere politische Entschlossenheit nicht bremsen.“ Die EU-Erweiterung sei eine „geopolitische Notwendigkeit“.Die Ukraine habe bereits dazu beigetragen, eine neue geopolitische EU aufzubauen. Diese übernehme die Verantwortung für ihre Verteidigung, stärke ihre strategische Autonomie und trete entschieden für das Völkerrecht und den Multilateralismus ein. Die Zukunft der Ukraine in der EU sei die beste Garantie für Sicherheit und langfristige demokratische Stabilität für die Ukraine und für Europa insgesamt, sagte Costa.Zugleich wiederholte Costa Sanktionsdrohungen wegen des anhaltenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. „Wir werden den Druck erhöhen, bis Russland das Töten beendet und ernsthaften Friedenswillen zeigt“, sagte der frühere portugiesische Regierungschef. Die bereits verhängten Sanktionen zeigten Wirkung. Nach mehr als vier Jahren umfassendem Krieg habe Russland seine Ziele nicht erreicht und die Folgen für die Menschen und die Wirtschaft seien katastrophal.Russland meldet drei Tote bei ukrainischem Angriff auf KrasnodarBei einem schweren Drohnenangriff sollen in der Millionenstadt Krasnodar im Süden Russlands nach Behördenangaben drei Kinder getötet worden sein. Bei der Attacke in der Nacht seien Drohnentrümmer auf eine private Kinderbetreuungseinrichtung gestürzt, teilte der Gouverneur des Gebiets Krasnodar, Weniamin Kondratjew, mit. Drei Kinder seien getötet, sechs weitere verletzt worden. Auch zwei Erwachsene wurden demnach ins Krankenhaus gebracht. Die russischen Angaben ließen sich bisher nicht unabhängig überprüfen.Auch ein Warenlager, mehrere Häuser und noch im Bau befindliche Wohnblöcke seien von herabfallenden Drohnentrümmern getroffen worden, sagte Kondratjew. Die Lagerhalle gehöre dem zweitgrößten russischen Onlineversandhändler Ozon und sei in Flammen aufgegangen. Verletzte oder Tote gab es nach Angaben des Unternehmens nicht.Auch in anderen Regionen Russlands gab es Drohnenschläge gegen Ozon-Lagerhallen. Mindestens vier Zentren gerieten laut Behörden in Brand – so viele wie noch nie an einem Tag. Es war der dritte Tag in Folge mit Schlägen gegen die Ozon-Lager. Die Aktien des Unternehmens brachen zum Wochenauftakt an der Moskauer Börse ein. Zuvor hatte die Ukraine über Wochen die Logistikzentren des größten russischen Onlineversandhändlers Wildberries attackiert. Dabei entstand ein Milliardenschaden.Der Kommandeur der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, schrieb auf Telegram, dass insgesamt 66 russische Ziele getroffen worden seien, darunter ein Kampfflugzeug im Gebiet Rostow. Auch diese Angaben sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.Gegenseitige Angriffe auf Schiffe und HafeninfrastrukturDas ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben bei einem Angriff in der Nacht ein russisches Kampfflugzeug vom Typ MiG-29 sowie zwei russische Schiffe im Schwarzen Meer getroffen. Bei den Schiffen handelt es sich um einen Tanker und einen Massengutfrachter, wie der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf der Nachrichten-App Telegram mitteilte. Das russische Militär hat derweil nach eigenen Angaben einen Tanker mit Treib- und Schmierstoffen für ukrainische Truppen in der Nähe von Odessa getroffen. Das Schiff habe sich im Hafen von Piwdennyj befunden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Zudem seien Anlagen der Hafeninfrastruktur getroffen worden, die zum Entladen und Lagern von militärischen Gütern genutzt würden. Eine Stellungnahme der Ukraine dazu liegt nicht vor. Russland greift oft Hafeninfrastruktur in Odessa und Umgebung an, was den für Öl- und Getreideexporte wichtigen Schiffsverkehr im Schwarzen Meer beeinträchtigt.Lorenz ZeckEU-Kommission genehmigt weitere 6,1 Milliarden Euro RüstungshilfeDie Europäische Kommission hat neue Rüstungsbeschaffungen für die Ukraine im Wert von 6,1 Milliarden Euro genehmigt. Die Mittel sind "für die dringend benötigten Luft- und Raketenabwehrsysteme, Raketen, Munition und Radarsysteme" bestimmt, wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf X mitteilte.Die Genehmigung erfolge vor dem Hintergrund einer Verschärfung der russischen Angriffe mit ballistischen Raketen und Drohnen. Allein im Juli seien 376 Raketenangriffe registriert worden. Immer wieder hatte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij die fehlenden Luftabwehrraketen beklagt.Die Finanzhilfen sind Teil eines neuen Unterstützungsdarlehens im Umfang von bis zu 90 Milliarden Euro. Es wird in mehreren Tranchen ausgezahlt und soll der Ukraine die Fortsetzung ihres Abwehrkampfes gegen die russischen Invasionstruppen ermöglichen und das Land vor einer Staatspleite bewahren. Laut Kommissionsangaben waren zuvor schon Beschaffungspläne im Umfang von rund 16 Milliarden Euro genehmigt worden. Davon wurden bereits 8,35 Milliarden Euro ausgezahlt. Lorenz ZeckWadephul will Rubio in Telefonat zu neuer Initiative bringenBundesaußenminister Johann Wadephul will nach eigenen Angaben am heutigen Montag mit seinem US-Kollegen Marco Rubio telefonieren und ihm Eindrücke seiner jüngsten Reise in die Ukraine schildern. Er wolle Rubio bitten, im Sinne der Ukraine persönlich aktiv zu werden, sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Die US-Diplomatie sei in dieser Hinsicht bisher im Wesentlichen in den Händen der US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff gewesen. "Möglicherweise kann ich ihn (Rubio) selber auch veranlassen, dort noch mehr zu machen, aber wir werden auch auf anderen Wegen versuchen, jetzt Gespräche anzustoßen." Es gebe eine Reihe anderer Länder wie die Türkei, viele Golfstaaten und Ägypten, die "einen engeren Gesprächskontakt als praktisch alle Europäer zu Russland haben".Ulrike PutzNorwegen sagt Ukraine für 2027 weitere Milliardenhilfe zuNorwegen plant für das Jahr 2027 weitere Finanzhilfen für die Ukraine in Höhe von 85 Milliarden norwegischen Kronen (9,2 Milliarden Dollar). Das teilt die Regierung in Oslo mit. Die Summe entspreche den Zuwendungen des Jahres 2026 und sei für militärische sowie humanitäre Zwecke vorgesehen, erklärt Ministerpräsident Jonas Gahr Støre bei einem Besuch in Kiew. Unabhängig davon vereinbaren Finnland und die Ukraine eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Produktion von unbemannten Systemen, wie das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij auf der Plattform X mitteilt. Geplant ist unter anderem ein Gemeinschaftsunternehmen für unbemannte Überwasserschiffe.Ulrike PutzGroßbritannien teilt Geheiminformationen zur Produktion von Langstreckenraketen mit UkraineDer britische Premierminister Andy Burnham kündigt vor seinem Antrittsbesuch in der Ukraine Unterstützung für die dortige Produktion von Langstreckenraketen an. "Die Sicherheit der Ukraine ist unsere Sicherheit", erklärte Burnham.Großbritannien erlaube dem europäischen Raketenhersteller MBDA, geheime Informationen über britische Bauteile des Marschflugkörpers Scalp weiterzugeben, teilt Burnhams Büro mit. Dies solle Frankreich und der Ukraine helfen, lokale Produktionslinien für die Waffe aufzubauen. Kiews Militär nutzt die von Großbritannien und Frankreich bereitgestellten Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 250 Kilometern bereits. In Großbritannien wird das Geschoss Storm Shadow genannt, in Frankreich Scalp. Die Marschflugkörper ermöglichen der Ukraine präzise Angriffe auch weit hinter der Frontlinie.Burnham wird in Kiew unter anderem mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij zusammentreffen und eine Sitzung der sogenannten Koalition der Willigen leiten, einer Gruppe von Unterstützerstaaten der Ukraine.Ulrike PutzDrei Tote bei russischem Angriff nahe ukrainischer Stadt CharkiwBei einem russischen Angriff am Stadtrand von Charkiw im Nordosten der Ukraine wurden nach Angaben des regionalen Gouverneurs drei Menschen getötet. Rettungskräfte hätten acht Personen geborgen und in Sicherheit gebracht, von denen einige verletzt seien, teilt Gouverneur Oleh Synjehubow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Suche nach weiteren möglichen Opfern dauere an.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Ukraine News: Putin ermächtigt Staat zur Übernahme schlecht geschützter Infrastruktur
Per Dekret erlaubt der russische Präsident den Behörden, die Kontrolle über Ölraffinerien oder Logistikzentren zu übernehmen. Diese greift die Ukraine zunehmend an.






