Klaus-Michael Kühne, einer der mächtigsten Unternehmer Deutschlands, ist in der Nacht zu Montag im Alter von 89 Jahren gestorben. Seine Spedition Kühne + Nagel hatte er zu einem weltweit führenden Logistikdienstleister im Luft- und Seeverkehr ausgebaut. Mit seiner Kühne Holding hält er Anteile an Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Brenntag und der Lufthansa. Die Stiftung des Milliardärs, der nun praktisch sein gesamtes Erbe zufällt, wird eine der größten karitativen Einrichtungen Europas sein. Einblicke in seine Karriere hat mein Kollege Michael Herold hier in einer Bilderstrecke zusammengestellt.
Der umstrittene Umzug seiner Spedition Ende der 1960er-Jahre von Deutschland in die Schweiz hat Kühne, so scheint es, zeitlebens nur fester an seine Heimatstadt Hamburg gebunden. Immer wieder hat er sich mit prestigeträchtigen Bauprojekten (Elbtower, neue Oper) als Investor und Mäzen ins Spiel gebracht und seinen geliebten HSV mit Millionen unterstützt. Mein Kollege Michael Machatschke kennt Kühne gut; er hat ihn in den vergangenen Jahren mehr als ein Dutzend Mal getroffen. Zum Abschied beschreibt er einen durchsetzungsstarken Vollblutunternehmer, der aneckte, der egoistisch und selbstherrlich wirken konnte, der sperrig, mitunter polternd im Auftritt und keineswegs ohne Widersprüche war. „Glatt geschliffene Manager gibt es überreichlich, Originale vom Schlag eines Kühne nur noch selten“, schreibt Michael in seiner Nahaufnahme eines Ausnahmeunternehmers .











