Der Logistikmilliardär und Großaktionär von Lufthansa, Klaus-Michael Kühne, ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Das bestätigte das Unternehmen Kühne + Nagel. Demnach sei der Manager in der Nacht zu Montag in Schindellegi in der Schweiz verstorben. „Die Nachricht vom Tod von Klaus-Michael Kühne macht uns alle tief betroffen“, sagte Stefan Paul, CEO der Kühne + Nagel International AG. Zuvor hatten das Handelsblatt und das Manager Magazin unter Berufung auf das Umfeld des Unternehmers berichtet.Kühne galt als zweitreichster Deutscher und einer der reichsten 100 Menschen weltweit. Er war Mehrheitseigner und Ehrenvorsitzender des globalen Logistikunternehmens Kühne + Nagel, das er 1966 von seinem Vater übernommen hatte. Zusätzlich war er Hauptaktionär bei Hapag-Lloyd und zweitgrößter Aktionär der Lufthansa. Aus dem operativen Geschäft hatte sich Kühne schon länger zurückgezogen.Kühne wurde 1937 in Hamburg geboren. Kühnes Großvater August Kühne und Friedrich Nagel hatten 1890 das spätere Logistik-Unternehmen Kühne + Nagel als maritime Spedition in Bremen gegründet, die sich als Partner von Reedereien auf die Logistik konzentrierte. Nach 1950 baute Kühne + Nagel auch Angebote auf dem Landweg und per Luftfracht sowie die erforderlichen Lager- und Umschlagskapazitäten auf. 1963 rückte Klaus-Michael Kühne zum Komplementär und Teilhaber der operativen Kühne + Nagel KG auf.In seinen Lieblingsfußballverein, den Hamburger SV, steckte er einen MillionenbetragKühne war zeit seines Lebens großer HSV-Fan. Der Milliardär unterstützte seinen Lieblingsklub in den vergangenen Jahren immer wieder finanziell und stopfte damit Löcher in den leeren Kassen der Hanseaten. Insgesamt soll Kühne über die Jahre rund 100 Millionen Euro in den HSV gesteckt haben, zeitweise hielt der Manager über 20 Prozent an der ausgegliederten HSV Fußball AG. Zuletzt erwarb Kühne auch die Namensrechte am HSV-Stadion, sodass die Arena wieder Volksparkstadion heißen konnte. Doch Kühne war nicht unumstritten. Immer wieder mischte sich der meinungsstarke Milliardär in das Tagesgeschäft ein.Seiner Heimatstadt Hamburg hat Kühne im Laufe seines Lebens etwa eine Milliarde Euro zukommen lassen; darunter ist auch die Finanzierung einer heute staatlich anerkannten Universität. Sein Vermögen soll nach seinem Tod in seine Stiftung übergehen, Klaus-Michael und Christine Kühne haben keine Kinder. Beide lernten sich kennen, als sie über 50 Jahre alt waren, „zu spät, um noch eine Familie zu gründen“. Davor habe er sich „zu sehr aufs Geschäft konzentriert“, sagt Kühne.