Es gibt ihn rechteckig, quadratisch und seit einigen Jahren auch in einer kleinen, ovalen Ausführung. Der USB-Anschluss ist zwar noch immer nicht ganz so universell, wie es sich seine Erfinder vor 30 Jahren wohl vorgestellt hatten, ein Stecker für einfach alles. Aber er hat doch ganz schön dazugelernt. USB beherrscht mittlerweile sogar einige Dinge, die viele noch gar nicht ausprobiert haben dürften. Sechs USB-Tipps für den kleinen USB-C-Anschluss.Maus oder Tastatur ans Handy anschließenAndroid-Handys haben ihn schon lange, iPhones seit der Version 15: den USB-Anschluss im Format USB-C. Weshalb man endlich auch als Apple-Nutzer kein eigenes Ladekabel mehr braucht, sondern auch mal eines von jemandem mit einem Android-Gerät ausleihen kann. USB-C eröffnet aber neue Möglichkeiten, die über das Laden und das Übertragen von Daten hinausgehen. An die Buchse kann man, weil sie dem USB-Standard folgt, auch eine Tastatur anschließen oder eine Maus. Das mag bei einem Handy seltsam klingen, kann aber sehr helfen, wenn etwa der Bildschirm nach Glasbruch nicht mehr auf Eingaben per Finger reagiert. Und wer am Handy etwas Längeres schreiben muss, ist womöglich auch über die Tastaturmöglichkeit froh. Gegebenenfalls braucht man noch einen Adapter von USB-A, der alten rechteckigen Bauform, auf USB-C. Auch externe Festplatten und viel anderes Zubehör lässt sich am Handy-USB-Anschluss verwenden – vom Insektenstichstift bis zur Wärmebildkamera.Weniger Kabelsalat auf dem SchreibtischLaptops sind praktisch, sonst hätten sie sich nicht so durchgesetzt. Aber wer länger an etwas arbeitet, für Schule, Uni oder Beruf, wünscht sich doch Tastatur, Maus und am besten auch einen großen Monitor, auf dem man mehr erkennt und zu dem man sich auch nicht hinunter buckeln muss. Moderne Laptops brauchen dafür nur einen USB-C-Anschluss, auch wenn Tastatur und Maus kabelgebunden sind. Denn über die kleine, aber feine Buchse lässt sich der Laptop entweder an einen Monitor mit USB-Verteiler, auch Hub genannt, anschließen, oder aber an eine externe Dockingstation, über die der Computer zugleich auch noch aufgeladen wird. Die Kabel stecken allesamt im Monitor oder in der Dockingstation. Um den Laptop zu verbinden, braucht es nur ein einziges USB-C-Kabel. Da die restlichen Kabel immer an Ort und Stelle bleiben, lassen die sich gut verstecken und der Schreibtisch ist um ein gutes Stück aufgeräumter. Damit all das funktioniert, muss der Laptop die Verbindung zum Monitor auf den USB-Anschluss leiten können. Im Fachchinesisch heißt das „Display Port Alt Mode“.Daten von PC zu PC übertragen, schneller als mit WlanUSB, das muss man hier vorausschicken, ist leider nicht gleich USB, das gilt auch für den ovalen USB-C-Anschluss. Nicht nur hat sich die Technik seit 1996 weiterentwickelt, auch nagelneue Laptops haben nicht immer die modernsten und leistungsfähigsten USB-Anschlüsse an Bord. Um zwei Windows-Laptops direkt mit einem Kabel zu verbinden, müssen beide Computer Anschlüsse nach dem Thunderbolt-Standard haben. Und auch das Kabel muss dafür geeignet sein. Man erkennt solche Kabel an einem Blitzsymbol auf den Steckern. Aufpassen heißt es auch beim Laptop: Auch wenn der Thunderbolt unterstützt, tut er das nicht immer bei allen Buchsen im USB-C-Format. Stimmen alle Voraussetzungen, lassen sich Daten damit blitzschnell übertragen – so wie es der Name der Technik ja auch verspricht. Eine Software von Intel hilft dabei, die Verbindung herzustellen, Netzwerkkenntnisse braucht man dafür nicht, sie muss nur auf beiden Geräten installiert werden.Apple setzt die kleinen USB-C-Anschlüsse bei seinen Laptops schon lange ein – hier ein MacBook Pro von 2016. Bei den iPhones musste allerdings erst die EU Druck machen. Tony Avelar/dpaLeistungsstarke externe Geräte nutzenSehr flache und leichte Laptops, die Werbefritzen nennen sie „Ultrabooks“, sind dank der Fortschritte in der Chiptechnik locker stark genug für alle Alltagsaufgaben und halten sogar noch lange ohne Aufladen durch. Wo sie allerdings passen müssen, ist etwa, wenn es um erweiterte Grafikfähigkeiten geht. Doch auch hier kann ein Thunderbolt-Anschluss Abhilfe schaffen. Über ihn kann etwa eine externe Grafikkarte eingebunden werden. Oder man schließt schnelle externe Festplatten an und muss dank der hohen Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 40 Gigabit pro Sekunde nicht ewig warten, bis größere Datenmengen transferiert werden.Andere Geräte aufladen, auch wenn der Laptop selbst geladen wirdFür den USB-C-Anschluss haben sich die am USB-Konsortium beteiligten Unternehmen einige Gedanken gemacht, was die Stromversorgung angeht. Mit der für die Kunden positiven Folge, dass etwa Laptops darüber auch mit hoher Leistung aufgeladen werden können. Und während das passiert, kann man auch noch ein kleineres Akku-Gerät aufladen, das man an dem PC einsteckt. Bei manchen Laptops funktioniert das sogar, wenn der Computer ausgeschaltet ist – dank „Always on“-Buchse.Das Handy als Computer nutzenMan ist unterwegs nur mit dem Smartphone und muss plötzlich etwas erledigen, das am Computer eigentlich besser funktioniert. Mit einem USB-C-Kabel lassen sich Smartphones etwa von Samsung mit einem Monitor verbinden. Geschieht das über eine Dockingstation, lassen sich dann Tastatur und Maus verwenden. Und dank spezieller Software funktioniert das sogar ziemlich gut und erspart einem das manchmal doch etwas lästige Mäusekino. Angeboten wird das aber nur von einigen Herstellern von Android-Smartphones. Apples iPhones bieten keine vergleichbare Funktion.Genau hinschauenDer USB-Standard ist alles andere einfach, es gibt viele unterschiedliche Ausprägungen davon und leider auch eine ziemlich verwirrende Namensgebung, die immer wieder mal abgeändert wird. Schlimmer noch und teilweise auch gefährlich ist, dass nicht jeder Anschluss alles kann und auch nicht jedes Kabel. Wer den vollen Funktionsumfang haben will, sollte beim Computer auf mindestens USB4 achten, besser auf Thunderbolt 4 oder 5. Dazu braucht es dann auch geeignete Kabel. Billigware aus Fernost erfüllt diese Kriterien oft nicht und kann schlimmstenfalls sogar Schaden am Computer verursachen – ein klassischer Fall von Sparen am falschen Ort. Zertifizierte Kabel von Markenherstellern sind die bessere Wahl, besonders wenn es um anspruchsvolle Aufgaben geht. Solche Kabel enthalten etwa Chips, die mit ihrer Gegenseite im Computer aushandeln, mit welcher Leistung geladen werden kann.