Nach dem israelischen Angriff auf eine Luftwaffenbasis in Syrien haben Vertreter beider Länder Medienberichten zufolge einen Mechanismus vereinbart, um weitere Konflikte zu vermeiden. Geplant ist demnach die Einrichtung einer „Operationszentrale“, die der Abstimmung dienen soll. Neben Syrien und Israel soll an ihr auch die Türkei beteiligt sein.Der geplante Mechanismus wurde laut den Berichten in einem direkten Gespräch ranghoher Vertreter Syriens und Israels vereinbart. Demnach fand am Sonntag ein Treffen in Jordanien statt. Auf syrischer Seite nahm daran unter anderem Außenminister Asaad al-Schaibani teil. Auf israelischer Seite wurde der Leiter des Auslandsgeheimdienstes Mossad, Roman Gofman, zugeschaltet.Israel wird „nicht zögern, wieder anzugreifen“Beide hatten schon wenige Tage vor dem israelischen Angriff in Abu al-Duhur miteinander telefoniert und dabei mutmaßlich auch über die Rolle der Türkei in Syrien gesprochen. Die israelische Regierung gibt an, sie habe sowohl Syrien als auch die Türkei davor gewarnt, türkische Truppen in Syrien zu stationieren. Dies wäre für Israel inakzeptabel. Nachdem die Warnungen ungehört geblieben seien, habe man den Angriff durchgeführt, um eine „Botschaft“ zu senden. Die Türkei wies die israelischen Angaben zurück. Kurz vor dem Angriff hatte eine türkische Delegation die Luftwaffenbasis besucht.In israelischen Medienberichten wurde die Atmosphäre bei dem Treffen in Jordanien als gut beschrieben. Laut einem Bericht der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA teilte die syrische Delegation der israelischen Seite indessen mit, dass Syrien auf seinem Recht beharre, sein Militär wiederaufzubauen und Allianzen mit anderen Ländern einzugehen. Zudem sei ein Sicherheitsabkommen zwischen Israel und Syrien nur denkbar, wenn Syriens territoriale Integrität respektiert werde.Die Vertreter Israels bekräftigten laut einem Bericht des Senders Kanal 13, dass sie keine verfestigte militärische Präsenz der Türkei auf syrischem Boden erlauben würden. Sollte sich das abzeichnen, werde Israel „nicht zögern, wieder anzugreifen“.Syrien will zunächst ein Ende der AggressionenVermittelt hatten das Treffen die USA, die auch als Schirmherr der „Operationszentrale“ fungieren sollen. Die Regierung in Washington will eine Deeskalation erreichen. Die Spannungen zwischen Israel und der Türkei haben sich in den vergangenen Monaten und Jahren verstärkt, unter anderem wegen des Gazakriegs. Die Rivalität wird auch in Syrien ausgetragen. Die Regierung in Ankara betrachtet sich als Schutzmacht der neuen Führung in Damaskus, die Ende 2024 das Regime von Baschar al-Assad zu Fall gebracht hat.Israel betrachtet Syrien als Teil seiner Sicherheitszone. Nach dem Sturz Assads hat die israelische Armee Militäranlagen in Syrien bombardiert und Gebiete im Südwesten des Landes besetzt – über die Golanhöhen hinaus, die 1967 erobert und später von Israel annektiert wurden. Die syrische Regierung möchte einen Abzug mindestens aus den neu besetzten Gebieten erreichen. Im vergangenen Jahr nahmen Damaskus und Jerusalem Verhandlungen über ein Sicherheitsabkommen auf, sie endeten aber mit dem Ausbruch des Irankriegs im Frühjahr ergebnislos.Schaibani machte am Samstag die israelische Seite dafür verantwortlich. Syrien habe weiter „sehr große Hoffnung“, stabile Beziehungen zu seinen Nachbarländern aufbauen zu können, sagte der syrische Außenminister in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Gleichzeitig „trauen wir Israel derzeit nicht“. Im Augenblick sei Syriens Priorität, die israelischen Aggressionen zu stoppen. Erst dann könne man auch wieder über andere Themen sprechen.
Nach israelischen Luftangriffen bemühen sich Syrien und Israel um Deeskalation
Nach dem israelischen Luftangriff in Syrien wollen beide Seiten eine „Operationszentrale“ einrichten, um Konflikten vorzubeugen. Auch die Türkei soll einbezogen werden.













