Im Gleiwitzer Kanal (Kanał Gliwicki) in der polnischen Woiwodschaft Schlesien hat sich die Goldalge massiv ausgebreitet. Polnische Behörden haben in den vergangenen Tagen mehr als vier Tonnen toter Fische aus dem Nebengewässer der Oder geborgen. Bislang sei das Fischsterben auf einen Abschnitt des Gleiwitzer Kanals begrenzt, sagte eine Sprecherin der örtlichen Wasserbehörde dem Sender Tok.fm.Ursache sei die Blüte der giftigen Goldalge, teilte die Behörde mit. Derzeit würden regelmäßige Einsatzpatrouillen zu Wasser und an Land die Lage überwachen, außerdem würden die verendeten Fische an dem betroffenen Abschnitt des Kanals entnommen. Bis auf weiteres wurde auch der Betrieb von zwei Schleusen ausgesetzt. So will man die Ausbreitung der Goldalge auf weitere Kanalabschnitte verhindern. Sollte dies nicht gelingen, erwägt die Wasserbehörde die kontrollierte Einleitung von Wasserstoffperoxid, das die Zellen der Goldalge zerstört. Dabei würde es sich um eine Notmaßnahme mit begrenzter Selektivität handeln.
Der schlesische Woiwode Marek Wójcik erklärte zuvor Ende vergangener Woche gegenüber Radio Szczecin, die Lage sei unter Kontrolle; eine Gefahr für den übrigen Gleiwitzer Kanal und für die Oder bestehe derzeit nicht. Untersuchungen hätten weder im Stausee Dzierżno noch im vierten Kanalabschnitt Hinweise auf die Goldalge ergeben. Das sei entscheidend, weil aus dem vierten Abschnitt die Kłodnica (Klodnitz) abfließe, die später die Oder speise. Erst bei einem Nachweis der Alge dort würden Maßnahmen zum Schutz der Klodnitz eingeleitet, sagte Wójcik.Für den sechsten Abschnitt gilt laut dem Bericht ein vollständiges Verbot, ins Wasser zu gehen, zu fischen und Fische zu verzehren, Tiere zu tränken oder das Wasser für gewerbliche und Freizeitzwecke zu nutzen. Im fünften Abschnitt wurde zudem die Schifffahrt untersagt. Bereits am 18. August hatte Radio Szczecin über mehr als 200 Kilogramm toter Fische im Kanal sowie über ein Nutzungsverbot für das Kanalwasser berichtet.








