In Ungarn hat das Atomkraftwerk Paks am Wochenende seinen Betrieb früher als geplant wieder hochgefahren. Dies teilte Ministerpräsident Péter Magyar am Samstag auf Facebook mit. Der gestiegene Donaupegel sowie Baumaßnahmen ermöglichten die Kühlwassersicherung und damit die Wiederinbetriebnahme zunächst von Block 3, erklärte der Regierungschef.Alle vier Blöcke sollen demnach bis zum 28. August abermals mit voller Kapazität von 2000 Megawatt (MW) Strom liefern und damit eine drohende Energiekrise abwenden. Zuvor lief nur Block 2 mit stark gedrosselter Leistung von 25 Prozent, sodass damit nur zwei von acht Turbinen in Betrieb waren.Notfallschritte zeigen WirkungDurch Notfallmaßnahmen wie das Versenken von zwei 80 Meter langen Lastkähnen sowie durch den begonnenen Bau einer Sohlschwelle mit dem Einsatz von rund 150.000 Kubikmeter Geröll wurde der Wasserpegel in der Nähe von Paks künstlich angehoben, was die Wiederinbetriebnahme ermöglichte. Verteidigungsminister Romulusz Ruzsin-Szendi betonte den reibungslosen Bau der Sohlschwelle unter Einsatz des Militärs, wobei die aktuellen Maßnahmen nicht nur eine technische Aufgabe seien, da es auch um das Funktionieren und die Sicherheit des Landes ginge.Das einzige Kernkraftwerk des Landes und der maßgebliche Pfeiler für dessen Elektrizität hat seit Monatsbeginn als Folge der niedrigen Wasserstände der Donau den Betrieb markant verringert, womit Ungarn mehr Strom importieren musste.Paks liefert fast die Hälfte des Stroms für das kleine mitteleuropäische Land. Wenngleich das Atomkraftwerk früher als geplant – die Rede war von einem möglicherweise mehrere Wochen andauernden Ausfall – wieder den Betrieb aufnimmt, könnte es messbare Folgen für die Wirtschaftsleistung geben. Das Kernkraftwerk trägt Schätzungen zufolge ein halbes Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) Ungarns bei, sodass ein Ausfall seiner Stromerzeugung die Wirtschaftsleistung direkt schmälert. Dies erklärte Gábor Regős, leitender Ökonom bei der Gránit-Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG), gegenüber dem ungarischen Portal Világgazdaság. Die Bank Erste Group sprach von möglichen Auswirkungen auf das BIP in der Größenordnung von mehreren Zehntelprozentpunkten. Der Verlust könnte dadurch gemildert werden, dass es bei vielen Unternehmen Mitte des Sommers ohnehin zu Produktionsstillständen wegen Urlaubszeiten kommt.
Atomkraftwerk Paks: Donau sichert Betrieb wieder
Früher als geplant fährt das Atomkraftwerk Paks wieder hoch. Ein gestiegener Donaupegel und die Sohlschwelle sollen bis Ende August volle Leistung sichern.












