„AI Brain Fry“ nennt eine Harvard-Studie das Phänomen, wenn KI-Nutzung am Arbeitsplatz zu Überlastung und mentalem Dauerstress führt. Doch ist die Technologie wirklich schuld? Die Soziologin Sabine Pfeiffer ist Professorin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und forscht seit Jahrzehnten zur digitalen Transformation der Arbeitswelt. Im Podcast t3n Arbeit in Progress räumt sie mit gängigen Narrativen auf. Das Interview ist gekürzt, das vollständige Gespräch gibt es in der verlinkten Podcast-Folge.Anzeige

t3n: Frau Pfeiffer, was steckt hinter dem Begriff „AI Brain Fry“?

Sabine Pfeiffer: Er ist von einer Harvard-Studie geprägt, er meint wörtlich, unser Gehirn werde gegrillt. Das soll natürlich Aufmerksamkeit bringen. Wenn man genau hinschaut, meinen sie damit ein hohes Tempo am Arbeitsplatz, ständige Erreichbarkeit, Informationsflut und so weiter. Das sind alles Phänomene, die wir arbeitssoziologisch seit den 90er-Jahren sehen. Dazu sehen wir in den Krankenkassendaten, dass die psychischen Belastungen, die mit Stress bei der Arbeit zu tun haben, in den letzten Jahren ständig zugenommen haben. Insofern ist das alles andere als ein KI-spezifischer Befund. Aber die Frage ist jetzt, wird es besser durch KI, weil mir KI ganz viel abnimmt und ich mich endlich entspannen kann, oder nimmt die Belastung eher zu.Anzeige