Chat-GPT startet mit Werbung in der Schweiz. Selbst beim Abo für acht Franken gibt es jetzt AnzeigenFür Nutzer stellt sich die Frage, ob sie das Abo oder den KI-Anbieter wechseln sollten. Firmen müssen sich gut überlegen, ob sie das neue Werbeformat testen wollen: Das ist mit Risiken verbunden.24.08.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenChat-GPT ist noch immer der bekannteste KI-Dienst.NurPhoto / GettySeit heute Montag wird Schweizer Nutzern von Chat-GPT Werbung angezeigt. Nicht nur beim Gratismodell, sondern auch beim Einsteigermodell Go, das rund acht Franken kostet. Nur wer die teureren Abos wählt, kann den Chatbot weiterhin ohne Anzeigen nutzen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Chat-GPT-Anbieterin Open AI hat im Zusammenhang mit dieser Umstellung zwar eine Reihe von Beteuerungen abgegeben. Etwa, dass die Antworten der KI nicht durch Anzeigen beeinflusst würden. Werbetreibende sollen keinen Zugriff auf Chats oder persönliche Angaben erhalten. Chat-GPT werde auch nicht versuchen, die Verweildauer auf dem KI-Dienst zu maximieren.Erfahrungsgemäss weichen sich solche hehren Prinzipien allerdings schnell auf, wenn die Aussicht auf grosse Gewinne lockt.Nicht nur für Nutzer stellt sich die Frage, ob sie nun das Abo oder gleich den Anbieter wechseln wollen. Auch Unternehmen müssen sich überlegen, ob sie auf Chat-GPT Werbung schalten wollen.Ein Team der Hochschule Luzern hat gemeinsam mit der Tessiner Agentur Linkfloyd bei Personen in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Italien Entwürfe von Werbeformaten auf Chat-GPT getestet. Die Reaktionen sind eher ernüchternd. «Grundsätzlich möchten die Nutzer keine Werbung haben, und wenn schon, dann Bannerwerbung und keinesfalls Anzeigen, die direkt in den Gesprächsfluss eines KI-Chatbots eingebettet sind», sagt Sophie Hundertmark von der Hochschule Luzern. «Die Akzeptanz unterscheidet sich auch stark je nach Branche. Bei Reisen oder Software ist sie viel grösser als bei Finanzen, Gesundheit oder Mode.»Für Unternehmen bedeute das, dass sie sehr vorsichtig vorgehen sollten, so die Forscherin. Da Werbung auf Chat-GPT vorerst eine tiefe Akzeptanz habe, könne sie aufdringlich und kontraproduktiv wirken. Zudem gebe es gerade in der Schweiz eine grosse Bereitschaft, auf ein Bezahl-Abo zu wechseln, um keine Werbung angezeigt zu bekommen.«Werbekunden werden deshalb mit ihren Botschaften vor allem Menschen erreichen, die aufs Geld schauen müssen», sagt Hundertmark. Für eine Firma, die sich an Zielgruppen mit weniger Einkommen richtet beziehungsweise günstigere Produkte anbietet, sei das sicher okay. Für Banken, die ihre Hypotheken anpreisen, werde Werbung auf Chat-GPT eher nicht funktionieren.Derzeit sei auch noch nichts darüber bekannt, wie Werbekunden von Chat-GPT steuern können, welche Kundengruppen ihre Botschaften zu sehen bekommen.Laut Hundertmark unternehmen Firmen derzeit grosse Anstrengungen, ihre Produkte und Dienstleistungen auf der Webseite so zu beschreiben, dass diese von KI-Chatbots überhaupt wahrgenommen oder sogar empfohlen werden. Wenn man dann auch noch im richtigen Kontext auftauchen möchte, müsse man besonders viel Aufwand betreiben.«Banken zum Beispiel möchten sichtbar sein für Menschen, die gerade geerbt haben beziehungsweise wohlhabend sind, und weniger für Menschen, die kurz vor dem Privatkonkurs stehen.» Die Forscherin glaubt deshalb, dass die Optimierung der eigenen Websites für KI-Bots ungleich wichtiger ist, als auf KI-Bots Werbung zu schalten.Passend zum Artikel
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Für Nutzer stellt sich die Frage, ob sie das Abo oder den KI-Anbieter wechseln sollten. Firmen müssen sich gut überlegen, ob sie das neue Werbeformat testen wollen: Das ist mit Risiken verbunden.












