Das Tierheim Osterode würde gern mehr Hunde und Katzen aufnehmen. Der Bedarf ist da. Aber es fehlt an Platz und Geld. Deswegen klagt es gemeinsam mit dem Tierschutzbund.
D as Büro von Alanis Sieger ist voller Tische, voller Kisten und voller Hunde. Wie auch nicht, das ganze Tierheim platzt aus den Nähten, das ist ja das Problem. In 95 Prozent der Fälle, sagt Sieger, müssen sie ablehnen, wenn Anrufende ein Tier bei ihnen unterbringen wollen. Deshalb verklagt das kleine Tierheim Osterode, am Rande des Harzes in Niedersachsen gelegen, nun die Bundesrepublik Deutschland. Genauer, das Tierheim Osterode mit drei anderen Tierheimen und dem Deutschen Tierschutzbund.
Die Argumentation der Klage: Wenn im Grundgesetz stehe, der „Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere“, dann müsse er dafür auch ganz praktisch Geld geben. Die Kassen der Tierheime in Deutschland sind klamm und es wird nicht besser, sondern schlechter, weil immer mehr Tiere abgegeben oder gefunden werden, gleichzeitig steigen die Kosten immer weiter. Der Tierschutzbund spricht von „Kollaps“.
Im Büro von Alanis Sieger haben gerade vier Hunde Unterschlupf gefunden, ein Chihuahua sitzt auf ihrem Schoß und wird ihn in der nächsten Stunde auch nicht wieder verlassen, ein weiterer Chihuahua, ein Border Collie und ein Schäferhundmix haben sich im Raum verteilt. Die Chihuahuas sind Hundegreise, 18 und 20 Jahre alt, und Alanis Sieger hat sie bei sich aufgenommen, obwohl sie schon zwei Hunde hat. „Alle, die hier arbeiten, nehmen Tiere bei sich auf, sagt sie.






