Hamburgs Schulsenatorin agiert ausweichend im Streit um Schulbegleitung und verteidigt Kürzungen mit Größe ihres Ressorts. Vielleicht ist es zu groß.

E s handle sich um „Panikmache“ – die Schulbegleitung werde nicht „pauschal gekürzt“ hat Hamburgs Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD) vor den Ferien behauptet. Da waren Eltern aus Sorge vor Kürzungen auf die Barrikaden gegangen. Doch inzwischen zeigt sich, dass es durchaus einen starken Effekt hatte, dass Bekeris die Genehmigungen an sich zog. Seitdem entscheidet ihre Behörde und nicht mehr regionale Stellen, ob einem Schüler ein Betreuer zur Seite gestellt wird.

Von 5.200 Anfragen der Schulen nach Schulbegleitung wurden zu Schulbeginn 3.518 bewilligt und 161 wurden noch überprüft. Sprich: Knapp ein Drittel wurde abgelehnt, wenn es so bleibt.

Nun, zu Beginn neuen Schuljahrs, muss sich die Senatorin den Fragen der Presse und der Bürgerschaft stellen. Ihre Antworten sind jedoch unzureichend: Wie viele der Schulbegleitungsstellen besetzt sind, kann sie nicht sagen. Und zur Frage, was denn Kinder am ersten Schultag tun, deren Bewilligung noch aussteht, sagt sie: „Es gibt kein Kind, das deswegen jetzt nicht zur Schule gehen kann.“

In Eltern-Chats kursieren indes andere Erfahrungen. Teils stehen die Schulbegleitungen noch nicht wieder zur Verfügung, nachdem ihnen vor den Ferien gekündigt wurde. Ein Klassenteam stellte den Eltern gar frei, Kinder mit Pflegebedarf in der ersten Schulwoche zu Hause zu behalten. Die Schulbehörde schreibt danach gefragt, die Schulen hätten genug Personal, um den Schulbesuch jedes Kindes zu sichern.