Die Vorstellung, Prinz Harry und seine Frau könnten Privatpersonen sein, ist absurd. Sie stehen im Rampenlicht, ob sie wollen oder nicht. Und sie wollen, das zeigte sich zuletzt auch nach der Ankündigung, dass die beiden von Kalifornien zurück ins Vereinigte Königreich ziehen, wenn auch nicht für immer. Meghan strebt offenbar zurück in ihren alten Beruf. Es heißt, sie könnte eine Rolle in der dritten Staffel der Netflix-Serie „The Gentlemen“ von Regisseur Guy Ritchie übernehmen. Die Kriminalkomödie handelt von Edward Horniman, dem Herzog von Halstead (gespielt von Theo James), der nach seiner Zeit als UN-Soldat nach Hause zurückkehrt und auf dem Familienanwesen eine große Cannabisplantage vorfindet, von der auch skrupellose Rauschgiftbarone profitieren.Für Meghan, die Herzogin von Sussex, wäre es die erste Rolle, nachdem sie sich im November 2017 von der Schauspielerei und zugleich nach sieben Staffeln von der amerikanischen Serie „Suits“ zurückgezogen hatte. Die Serie von Guy Ritchie wurde bisher in den Cotswolds im Südwesten Englands gedreht. Dorthin will das Herzogspaar von Sussex noch in diesem Monat ziehen, ein Haus stehe schon bereit. Wohlgemerkt ein Privathaus, nicht etwa die Familienresidenz des Königs, Highgrove House, die bei Tetbury in den Cotswolds in der Grafschaft Gloucestershire liegt. Dort hatten sich Charles und Camilla mit Meghan und Harry und ihren beiden Kindern Archie und Lilibet im Juli privat getroffen.Die Königsfamilie hat sich auf Schloss Balmoral versammeltAuch Harry wird weiterhin sein Herzensprojekt Invictus Games vorantreiben. Die internationalen Sportwettkämpfe für kriegsversehrte Veteranen hatte er vor zwölf Jahren gegründet, die nächsten Spiele finden im Juli 2027 in Birmingham statt. Der 41 Jahre alte Prinz hofft darauf, dass sein Vater sie gemeinsam mit ihm eröffnen wird. Auch darüber dürfte derzeit in Schottland gesprochen werden. König Charles III. und sein engster Kreis hat sich wie jedes Jahr im Sommer im Schloss Balmoral versammelt – kurz nachdem Meghan und Harry die auch für die Königsfamilie überraschende Bombe ihrer Rückkehr haben platzen lassen.Wenige Tage vor der Ankündigung, dass Harry und Meghan ins Königreich zurückkehren: Prinz William und seine Frau Catherine besuchen zusammen mit ihren Kindern, Prinzessin Charlotte, Prinz George und dem jüngsten, Prinz Louis, die Commonwealth Games in Glasgow.ReutersDas Familientreffen sei nicht als „Krisengipfel“ zu verstehen, heißt es aus dem Umfeld des Königs. Dennoch dürften König und Königin, das Thronfolgerpaar sowie Charles’ jüngster Bruder Prinz Edward, seine Schwester Prinzessin Anne und deren Kinder, Peter Phillips und Zara Tindall, vor allem auch über das weitere Vorgehen, was Harry und Meghan angeht, beraten. Die Genannten sind alle in den vergangenen Tagen in Balmoral eingetroffen. Und wahrscheinlich rätseln sie über die plötzliche Entscheidung genauso wie der Rest der Welt.Was sind die Beweggründe von Harry und Meghan, ausgerechnet jetzt ins Königreich umzuziehen? Sind es finanzielle Nöte? Sucht Harry die Nähe zu seinem immer noch an Krebs erkrankten Vater? Und wie weit kann eine Annäherung gehen? Wie soll man etwa damit umgehen, wenn Meghan und Harry zu denselben Veranstaltungen eingeladen werden wie der Thronfolger Prinz William und seine Frau Catherine?Für laufende Kosten bekommt der König 160 Millionen EuroDer König und Prinz William sind sich angeblich einig: Die beiden Rückkehrer werden nicht in den engeren Kreis der arbeitenden Familienmitglieder aufgenommen. Damit steht den beiden auch keine Apanage zu, wie sie etwa Edward und Anne bekommen. Sie bekommen Geld aus dem sogenannten Sovereign Grant, einer jährlichen Zuwendung des britischen Staats an den König, um laufende Kosten zu decken. Für das laufende Jahr beläuft sich die Summe auf umgerechnet etwa 160 Millionen Euro. Den arbeitenden Mitgliedern der Königsfamilie steht auch ein besonderer Schutz zu, der vom Steuerzahler finanziert wird. Und auch der erweiterte Kreis bekommt zumindest noch einen begrenzten Schutz.Genau dieser Schutz wird Meghan und Harry nicht mehr zugestanden, seit sich die beiden 2020 von ihren königlichen Pflichten zurückgezogen haben. Sie wollten auf eigenen Beinen stehen und legten sich ein eigenes Sicherheitsteam zu. Ob dieses sie nun nach England begleitet, ist unklar. Der britische Premierminister Andy Burnham hatte vergangene Woche die Sicherheitsvorkehrungen des Paars als „Privatangelegenheit“ bezeichnet. Doch so einfach ist es nicht: Die Entscheidung über den Personenschutz hat das britische Innenministerium zu treffen. Es muss dabei berücksichtigen, dass die 45 Jahre alte Meghan und ihr Mann eben nicht nur „Privatpersonen“ sind, Harry ist zudem ein verdienter Afghanistan-Veteran, der seinem Land gedient hat. Auch das wird berücksichtigt werden.Glücklich über die Rückkehr von Meghan und Harry sind die wenigsten Briten. In der Beliebtheitsskala lagen die beiden zuletzt abgeschlagen am Ende, nur Sarah Ferguson und Andrew Mountbatten-Windsor lagen noch hinter dem Herzogspaar. Die Ipsos-Umfrage stammt allerdings aus dem Februar. Aktuell hingegen ist eine Yougov-Umfrage: Demnach wünschen sich ein Drittel der Briten, das Paar möge in den Vereinigten Staaten bleiben. Rund 45 Prozent haben keine Meinung dazu, 21 Prozent begrüßen die Entscheidung der Sussexes, bald schon unweit von London zu wohnen.
Prinz Harry und Meghan: Rückkehr ins Königreich
Privatpersonen, wie der britische Premierminister es darstellt, sind Harry und Meghan nicht. Wer schützt das Herzogenpaar nach ihrer Rückkehr? Und wie weit kann eine Annäherung mit der Königsfamilie gehen?











