Die Menschen in Russland holen massenhaft ihr Geld von der Bank. Das ist eine Abstimmung am Bankschalter, aber noch nicht „systemrelevant“.

Die russischen Banken könnten ein Problem bekommen, wenn noch mehr Menschen ihr Geld abheben

Ramil Sitdikov/Reuters

E s ist ein toxisches Gemisch: Insolvenzwelle von Unternehmen undSelbständigen, immer mehr unbediente Kredite, aktuell stark rutschender Rubel, Aktienkurse unterm Niveau von vor dem Überfall auf die Ukraine 2022. Und dazu die immer erfolgreicheren Drohnen- und Raketenangriffe der Ukraine auf russische Logistikzentren, Raffinerien, Rüstungsfabriken. Kein Wunder, dass Russlands Konteninhaber und Sparer jetzt heftig reagieren.

Wladimir Putins Kriegswirtschaft steht vor dem Scheitern: Die zivilen Branchen stecken bereits in der Rezession. Die Rüstungswirtschaft muss teilweise zu Kosten produzieren, die nicht kostendeckend sind. Doch wegen der schieren Menge der Waffen ist das Haushaltsdefizit schon jetzt fast doppelt so hoch wie für das Gesamtjahr geplant. Die Höhe der Rubelreserven des Finanzministeriums wurde gerade als geheim eingestuft.