Die US-Zollpolitik setzt die Weltwirtschaft unter Druck. Darauf können Unternehmen mit Preissteigerungen – oder mit ethischen Produktionsbedingungen reagieren.

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Katja Gendikova

G lobale Lieferketten sind instabil – das zeigen die aktuellen geopolitischen Entwicklungen nur allzu deutlich. Nun sind ausgerechnet Unternehmen in sich ständig verändernden Branchen, etwa die Konsumgüterproduktion und die Mode, auf verlässliche Beziehungen zu Lieferanten angewiesen, sprich auf funktionierende Lieferketten. Die Pflege dieser Lieferketten ist für die Unternehmen ein hohes Gut, Lieferketten sind nicht nur aus strategischen Gründen für Unternehmen notwendig, sondern für nachhaltig agierende Firmen ebenso ein ethisches Gebot. Daher achten nachhaltige Unternehmen bei ihren Bestellungen auf ökologische, soziale und monetäre Aspekte. Durch die aktuell erratische Zollpolitik der US-Regierung stehen die Unternehmen allerdings stark unter Druck.

Davon ist vor allem die Modebranche betroffen. Hohe Zölle führen zu Verwerfungen innerhalb der Produktionsketten und erschweren es, festgelegte Klima- und Nachhaltigkeitsziele einzuhalten. Laut einer Umfrage der United States Fashion Industry Association beklagten 2025 nahezu alle führenden Bekleidungsmarken und Einzelhändler die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Mehr als die Hälfte der Unternehmen bezeichnete dadurch entstehende politische Unsicherheiten sowie Vergeltungszölle als überaus problematisch.