PfadnavigationHomePanoramaFagerstaSchwert-Angriff auf 17-Jährige in Schweden – Mädchen war offenbar ZufallsopferStand: 11:25 UhrLesedauer: 3 MinutenSchock kurz nach den Sommerferien: An einer Schule in Schweden hat eine Person mit einem Schwert einen Menschen getötet und drei weitere verletzt.Ein Schwert-Angriff an einer Schule erschüttert Schweden: Eine 17-Jährige starb, drei weitere Jugendliche wurden verletzt. Die Polizei vermutet, dass das Mädchen zufällig ausgewählt wurde. Kurz vor der Tat soll ein Bild der mutmaßlichen Waffe im Netz aufgetaucht sein.Das Todesopfer bei dem Angriff mit einem Schwert an einer schwedischen Schule ist einem Medienbericht zufolge ein 17 Jahre altes Mädchen. Das berichtete am Morgen die Zeitung „Fagersta-Posten“ unter Berufung auf die Familie des Opfers. „Wir haben ein Mädchen verloren, das ihre ganze Zukunft noch vor sich hatte“, sagte die Lehrerin des Todesopfers der Zeitung „Dagens Nyheter.“ Bei dem Angriff am Freitag in Fagersta nordwestlich von Stockholm waren drei weitere Jugendliche verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Ein Jugendlicher konnte mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen werden, wie am Samstag berichtet wurde. Zwei Jungen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, von denen einer notoperiert werden musste, werden weiterhin im Krankenhaus behandelt. Ihr Zustand wird als stabil beschrieben.Nach Angaben des örtlichen Polizeichefs Tommy Alriksson geht die Polizei derzeit davon aus, dass die Getötete kein gezieltes Opfer war. Das 17-jährige Mädchen scheine vielmehr zufällig ausgewählt worden zu sein, berichtete die Nachrichtenagentur TT unter Berufung auf Alriksson.Der mutmaßliche Täter – ein 18‑jähriger Mann – wurde unmittelbar nach der Tat festgenommen. Er befindet sich in Polizeigewahrsam. Mehrere Medien berichten übereinstimmend, der 18-Jährige sei Schüler der Schule gewesen und habe über eine Zugangskarte für das Gebäude verfügt. Zum Motiv ist noch nichts bekannt, doch erste Recherchen schwedischer Medien deuten auf einen rechtsradikalen Hintergrund hin.Zudem wird geprüft, ob der Angriff möglicherweise im Vorfeld angedeutet wurde. Nach Medienberichten wurde kurz vor der Tat auf TikTok ein Bild veröffentlicht, das die mutmaßliche Tatwaffe, ein mittelalterlich anmutendes Schwert, zeigen soll. Die Echtheit der Aufnahme ist bislang jedoch nicht verifiziert.Lesen Sie auchDie Zeitungen „Expressen“ und „Dagens Nyheter“ werteten auch Social-Media-Profile des mutmaßlichen Täters aus. Dort teilte er selbst erstellte Clips, in denen er Amokläufern und Massenmördern huldigt, darunter auch dem Rechtsextremisten und Terroristen Anders Breivik. Auch habe der 18-Jährige Clips der populistischen Örebro-Partei, der Alternative für Schweden und mehrere Beiträge aus dem rechtsextremen Milieu auf TikTok geteilt.Besonderen Raum nimmt demnach eine Tat ein, die eine Art Vorbild für den Angriff in Fagersta zu sein scheint: Anton Lundin Pettersson tötete 2015 in einer Koran-Schule in Trollhättan drei Schüler mit einem Schwert. Ein Lehrer verstarb später an seinen Verletzungen im Krankenhaus. Der Angreifer von Fagersta veröffentlichte mehrere Beiträge in einer Kleidung, die Lundin Pettersson zum Zeitpunkt seines Verbrechens trug: schwarze Maske, Helm, langer schwarzer Mantel und Schwert.Ministerpräsident besucht Schule in FagerstaDie Tat erschüttert Schweden. Regierungschef Ulf Kristersson und Oppositionsführerin Magdalena Andersson besuchten am Samstag Fagersta. An einem Gedenkort wurden etliche Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet.Der Alarm war am Freitag um 14.06 Uhr eingegangen. „Um 14.16 Uhr war der Täter überwältigt und konnte festgenommen werden. Dabei gab die Polizei Schüsse ab“, hieß es in einer Mitteilung. Am Freitag berichteten Boulevardmedien zunächst, dem Angreifer sei ins Bein geschossen worden. Am Samstag sagte der Pressesprecher der Polizei, dazu lägen ihm keine Informationen vor. Der 18-Jährige habe keine medizinische Behandlung benötigt.Die Tat hat die rund 10.000 Einwohner zählende Stadt tief erschüttert. Der öffentlich-rechtliche Sender SVT zitierte eine Freundin der getöteten Schülerin mit den Worten: „Ich habe in der Schule mit niemandem so viel gelacht wie mit ihr. Ich war so glücklich. Es ist so ungerecht, dass es nie wieder so sein wird.“dpa/sebe/coh