PfadnavigationHomeRegionalesNiedersachsen & BremenLinke und AfD in Niedersachsen wachsen starkStand: 06:01 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Linke will ihr Wachstum jetzt auch in bessere Wahlergebnisse ummünzen. (Symbolbild)Quelle: Hendrik Schmidt/dpaDie Parteien links und rechts im Spektrum werden größer, die Mitte verliert Mitglieder. Wie haben sich die Parteien vor den Kommunalwahlen entwickelt?Die Parteibindung der Menschen in Niedersachsen entwickelt sich weiter weg von der Mitte und hin zum linken und rechten Rand. Sowohl die Linke als auch die AfD konnten ihren Mitgliederzuwachs im ersten Halbjahr 2026 fortsetzen, während die nach wie vor mit Abstand größten Parteien CDU und SPD erneut Mitglieder verloren haben.Linke hat sich seit 2024 verdreifachtDie Linke in Niedersachsen hatte bereits 2025 einen großen Sprung gemacht und sich von etwa 3.300 auf rund 9.400 Mitglieder nahezu verdreifacht. Inzwischen zählt der Landesverband fast 10.400 Mitglieder, wie ein Sprecher mitteilte. Insgesamt habe es seit Jahresbeginn sogar mehr als 1.500 Eintritte gegeben. Allerdings gab es gleichzeitig auch Austritte, unter anderem rund um den umstrittenen Parteitagsbeschluss zum Zionismus, der der Partei Vorwürfe des Antisemitismus einbrachte, wie es weiter hieß. Historisch ist Zionismus eine politisch-religiöse Bewegung mit dem Ziel, einen jüdischen Nationalstaat in Palästina zu errichten.Auf Landesebene spielte die Linke bis dato selten eine Rolle, nur von 2008 bis 2013 war sie bisher in Niedersachsens Landtag vertreten. Für die Kommunalwahlen im September peilte Landeschef Thorben Peters zuletzt aber einen Durchschnitt von mehr als fünf Prozent an.AfD: Zusätzliche Eintritte nach Nichtzulassung von KandidatenDie AfD setzte ihr Wachstum ebenfalls fort: Sie legte von rund 7.900 Mitgliedern zum Jahresende auf mehr als 8.300 zu. Hinzu kommen nach Parteiangaben mehr als 400 weitere Mitglieder, bei denen die Widerspruchsfrist noch läuft, sowie rund 500 Aufnahmeanträge, die noch bearbeitet werden müssen.Zusätzlichen Auftrieb erhielt die AfD ihrer Darstellung nach durch die Nichtzulassung von vier Kandidaten zu den Kommunalwahlen infolge eines sogenannten Verfassungstreue-Checks. Dieser führte dazu, dass unter anderem AfD-Landesvize Stephan Bothe nicht als Lüneburger Landrat kandidieren darf. Nach AfD-Angaben gingen in zeitlicher Nähe zu diesen Ablehnungen mehr als 100 Mitgliedsanträge zusätzlich ein.Leicht gewachsen sind seit Jahresbeginn auch die Grünen. Nach rund 17.850 Mitgliedern im Winter stehen sie inzwischen bei rund 18.000 Mitgliedern.Rückstand der SPD auf die CDU wird größerDeutliche Verluste verzeichnet hingegen die SPD, die seit 2013 ununterbrochen den Ministerpräsidenten stellt: Zum Jahreswechsel zählten die Sozialdemokraten um Regierungschef Olaf Lies noch mehr als 45.900 Mitglieder. Ende Juni waren es nur noch rund 45.200 Genossinnen und Genossen.Damit vergrößerte sich auch der Rückstand der SPD auf die CDU als mitgliederstärkste Partei des Landes, obwohl diese ebenfalls schrumpft. In der CDU waren zum Jahreswechsel rund 49.150 Menschen, zum Sommer sind es nun etwa 48.950 Mitglieder.Ebenfalls rückläufig sind die Mitgliederzahlen der FDP, die seit 2022 nicht mehr im Landtag vertreten ist. Nachdem die Liberalen Ende 2025 noch knapp 6.200 Mitglieder hatten, traten nach Parteiangaben vor allem Anfang 2026 viele Mitglieder aus – nach dem Bundesparteitag Ende Mai, bei dem Wolfgang Kubicki als neuer Vorsitzender gewählt wurde, habe die FDP Niedersachsen aber auch wieder vermehrt Eintritte verzeichnet. Aktuell steht sie damit den Angaben zufolge in Summe bei etwas mehr als 6.000 Mitgliedern.dpa-infocom GmbH
Linke und AfD in Niedersachsen wachsen stark - WELT
Die Parteien links und rechts im Spektrum werden größer, die Mitte verliert Mitglieder. Wie haben sich die Parteien vor den Kommunalwahlen entwickelt?






