Für Menschen aus Suriname war es nach der Unabhängigkeit schwierig, in den Niederlanden Wohnungen zu bekommen. Ein Viertel in Amsterdam hat sich gewehrt.
Frisch eingezogen: Drei Kinder sitzen Ende Juni 1974 in einer besetzten Wohnung in Bijlmermeer
piemags/imago
A m Morgen des 29. Juni 1974 erlebt die Verwaltung eines Wohnblocks am Rande Amsterdams eine Überraschung. Noch am Abend zuvor standen rund 100 Wohnungen in Bijlmermeer – auch Bijlmer genannt – leer, trotz zahlreicher Interessent*innen. Doch die bekommen die freien Wohnungen nicht, denn die Hausverwaltung möchte nicht an surinamische Migrant*innen vermieten.
Also nimmt ein Kollektiv aus Surinamer*innen die Sache selbst in die Hand. Den Rassismus, den sie in den Niederlanden erfahren, lassen sie sich nicht mehr gefallen. Über Nacht besetzen sie 80 der freien Wohnungen. Ihre Fenster dekorieren sie mit Plakaten und Protestschildern, ihre Balkone richten sie mit Bannern ein. Sie nennen sich Bijlmerkrakers, also Bijlmer-Hausbesetzer.







