Das US-Verteidigungsministerium hat am Freitag mehrere führende Mitarbeiter der traditionsreichen Militärzeitung »Stars and Stripes« entlassen. Darunter Chefredakteur, Herausgeber und die Reporterin, die für den Nahen Osten zuständig war. Die Zeitung wird zum Teil vom Staat finanziert. Formell sind die Journalisten der Zeitung Angestellte des Pentagon.
Chefredakteur Erik Slavin führte seine Entlassung auf seine entschiedene Haltung gegen jegliche Zensur zurück: Im Juli hatte er in einem Interview mit dem Sender CBS News über Meinungsverschiedenheiten mit dem Pentagon berichtet. Slavin wehrte sich damals gegen redaktionelle Einmischung und verteidigte das Recht auf freie Berichterstattung seiner Zeitung.Auf die Frage im CBS-Interview, ob es für ihn »rote Linien« gebe, nannte Slavin ein hypothetisches Beispiel: »Veröffentlichen Sie nicht diesen absolut korrekten Bericht, sondern bringen Sie stattdessen diesen hier. Hier ist er, verfasst vom Pentagon.« Eine solche Anweisung wäre für ihn eine rote Linie.
Reporterin Lara Korte erklärte auf X: »Heute wurde mir mitgeteilt, dass das Verteidigungsministerium mich wegen Ungehorsams entlässt, nachdem ich einem CBS-Reporter gesagt hatte, dass ich für ›Stars and Stripes‹ arbeite – und nicht für das Pentagon, irgendeine Regierung oder politische Entscheidungsträger.«Herausgeber trat kurz zuvor zurückHerausgeber Max Lederer, der seit 2007 als Herausgeber der Zeitung fungierte und erst drei Tage zuvor seinen Ruhestand angekündigt hatte, wurde CBS zufolge über seine Entlassung in Kenntnis gesetzt. Für seinen Rücktritt hatte er sich nach eigenen Angaben selbst entschieden, weil sich seine Führungsphilosophie sowie sein »Verständnis für den Wert und den Auftrag« der Zeitung in »grundlegender Weise« von den Plänen unterschieden hätten, die das Pentagon für die Publikation verfolgt.










