Berlin (dpa) - Pernille Harder war die Frage nach der Konkurrenz ein bisschen unangenehm. Chancenlos? Nein, das seien die anderen Clubs in der Bundesliga gegen die Übermacht des FC Bayern natürlich nicht. „Sie können Hoffnung haben. Sie können Ziele haben, das sollten sie“, sagte die Dänin nach dem 4:1-Sieg der Münchner Fußballerinnen beim 1. FC Union Berlin zum Saisonstart der Frauen-Fußball-Bundesliga. Das klang kein bisschen arrogant, eher entschuldigend. Was sollten die Bayern-Spielerinnen auch machen? Im Stile des amtierenden und nach Fußball-fachlichem Ermessen auch kommenden Meisters hatten die Titelverteidigerinnen die als besonders schwierig eingeschätzte Hürde in der Alten Försterei am ersten Spieltag weitgehend problemlos genommen. Also sagte Pernille Harder pflichtschuldig: „Die Liga ist sehr schwierig zu gewinnen.“ Man müsse „Spiel für Spiel hart arbeiten“.Gwinn und Oberdorf als weitere OptionenTatsächlich ist mit dem klaren Auswärtssieg bei den ambitionierten Berlinerinnen die kleine Resthoffnung fast schon gestorben, dass in der Liga größere Spannung aufkommen könnte. Union gilt schließlich als geheime Kraft im deutschen Frauen-Fußball. Den VfL Wolfsburg als größten Rivalen hatten die Bayern schließlich eine Woche vorher im Supercup schon mit 3:0 abgefertigt. Und noch fehlen mit Giulia Gwinn und Lena Oberdorf weitere Koryphäen. Trainer José Barcala schloss sich dem erfreuten, aber doch dezenten Duktus seiner Spielerinnen an. „Wir sind sehr ambitioniert. Wir arbeiten daran, besser zu werden“, sagte der Spanier. Das musste der Rest der Liga dann allerdings doch eher als Drohung empfinden. Noch besser?Bayern-Coach Barcala sieht noch Verbesserungspotenzial bei den Münchnerinnen. Sebastian Christoph Gollnow/dpaUnrecht hatte der Bayern-Coach jedoch nicht. Es gab die Momente, in denen sein Team nicht am Optimum war. Und ein Gegner mit mehr Kalkül als die jungen, enthusiastischen Unionerinnen hätte die Schwächephasen zu Spielbeginn und in der Schlussphase effektiver ausnutzen können. Bundestrainer: Bayern in anderer LigaKlara Bühl oblag es, das Bayern-Spiel in die richtigen Bahnen zu lenken mit ihrem spielend leichten Freistoßtor. „Wir hatten nicht viel Kontrolle, das Tor hat uns Ruhe gegeben“, sagte Barcala. Immer wolle man aber nicht über Standards ins Spiel finden, machte Bühl klar. Der nächste Kontrahent ist Aufsteiger Mainz 05. Bundestrainer Christian Wück sagte im Magenta-Interview: „Dass Bayern in einer anderen Liga spielt, ist allen klar.“© dpa-infocom, dpa:260822-930-566070/1