China baut seine militärische Zusammenarbeit mit den Staaten Zentralasiens aus und trifft damit den entscheidenden Bereich, der jahrzehntelang zu den wichtigsten Einflussfeldern Russlands in der Region gehörte. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in Usbekistan.

Nach Medienberichten soll Taschkent inzwischen vier chinesische Chengdu-J-10CE-Kampfflugzeuge erhalten haben. Insgesamt soll eine Vereinbarung über bis zu 24 Maschinen chinesischen Typs bestehen. Für die Region ist dies ein eindeutiges Signal: China drängt Russland zunehmend vom zentralasiatischen Rüstungsmarkt.

Peking gewinnt an Boden

Die Bedeutung dieses Vorgangs liegt weniger in der Zahl der Flugzeuge als in der Lieferkette dahinter. Russland war lange der dominierende Waffenlieferant für die ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens. Militärtechnik, Ausbildung, Ersatzteile und sicherheitspolitische Kooperation waren eng mit Moskau verbunden. Diese Abhängigkeit verschafft Russland bis heute erheblichen Einfluss. Doch der Krieg gegen die Ukraine verändert die Voraussetzungen. Der russische Staat benötigt einen großen Teil seiner militärischen Ressourcen für den eigenen Kriegseinsatz, während die Fähigkeit, ausländische Kunden zuverlässig mit Waffen zu versorgen, eingeschränkt ist. Genau hier entsteht Raum für China.