Der katholische Bischof Gerhard Feige aus Magdeburg hat an die Wähler in Sachsen-Anhalt appelliert, sich vor der Landtagswahl in zwei Wochen intensiv mit den Programmen der Parteien auseinanderzusetzen. »Man soll nicht aus dem Bauch heraus ins Blaue hinein wählen«, sagte der Geistliche in einem Interview mit der Mediengruppe Bayern.
Die Kirche gebe ausdrücklich keine Wahlempfehlung. Christen könnten konservativ, liberal, sozial oder ökologisch wählen. »Einen Schnitt mache ich aber dort, wo es um Extremismus geht. Da ist eine Grenze«, sagte Feige.Der Bischof warnte vor den Folgen eines starken Abschneidens der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Das Regierungsprogramm der Partei stehe im Widerspruch zu christlichen Werten. Er verwies auf mögliche Auswirkungen auf Theater, Schulen, Kindertagesstätten, Beratungsdienste und den Umgang mit sozial Schwachen. Auch wirtschaftlich könne ein AfD-geführtes Land Schaden nehmen. »Menschen und Unternehmen könnten Sachsen-Anhalt verlassen. Die Auswirkungen wären verheerend«, so der Bischof.
AfD ist in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuftWenige Wochen vor den wichtigen Landtagswahlen äußerte sich auch die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, die sich durch die Erfolge der AfD an dunkle Zeiten erinnert fühlt. »Natürlich sahen die Nazis von damals anders aus, hatten Uniformen, waren anders organisiert. Sie hatten von Anfang an klargemacht, was sie vorhatten, wie ihre Politik aussehen würde. Jeder konnte das wissen«, so die 93-Jährige im Magazin »Stern«.










