Stand: 21.08.2026 • 20:30 Uhr

Der jüngste Korruptionsskandal in der Ukraine weitet sich aus: Nun soll eine beteiligte staatseigene Bank privatisiert werden. Auch im Umfeld des Präsidenten wird ermittelt. Die Opposition wirft ihm Geldwäsche vor.

Der neue Korruptionsskandal im Umfeld des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zieht weitere Kreise. Die Antikorruptionsbehörden haben inzwischen die Namen der Personen veröffentlicht, die sie verdächtigen, darunter die ehemalige stellvertretende Leiterin des Präsidentenbüros, Iryna Mudra, die Selenskyj bereits entlassen hatte. Die Behörden veröffentlichen auch weiterhin Audio-Mitschnitte aus ihren Ermittlungen, die die Verdächtigen belasten.

Für die ukrainische Gesellschaft sei das schwer zu ertragen, sagt der Journalist Mychajlo Tkatsch vom Onlinemedium Ukrainska Prawda in deren Podcast: "Wir danken den Antikorruptionsbehörden NABU und SAP für den erneuten Versuch, unser Regierungssystem von korrupten Politikern zu befreien." Am Morgen höre man als Bürger die Mitschnitte, die NABU veröffentlicht, da sei von Säcken von Bargeld die Rede. "Und in der Nacht erleben wir den nächsten russischen Raketenangriff", sagte Tkatsch. Der Abgrund zwischen der Staatsmacht und dem, womit sie sich befasst, und dem Leben der normalen Ukrainer werde immer größer.