Als es am 3. Februar 2025 morgens an seiner Haustür klingelt, liegt Frank Ullrich noch im Bett. Er kränkelt und will sich ausruhen. In zwei Tagen soll er im Auftrag des Auswärtigen Amts nach Nicaragua fliegen. Seine Frau öffnet die Tür. Dann schreit sie: »Hilfe! Hilfe!« Ullrich springt aus dem Bett. Vor der Tür des Einfamilienhauses stehen vier Zivilpolizisten mit einem Durchsuchungsbeschluss.

In dem Beschluss steht, Ullrich werde verdächtigt, »im Besitz jugendpornografischer Inhalte zu sein«. Außerdem soll er sich fünf Jahre zuvor in einem Skype-Chat »drei Mädchen im Alter von 15, 16 und 18 Jahren für ›hot sex‹« ausgesucht haben. Dazu sei es nicht gekommen, weil er nicht genug Geld gehabt habe. Aber er habe per PayPal 20 Euro überwiesen. Dafür seien ihm vier Video- und 20 Bilddateien geschickt worden.