Der 8. September ist im Kalender der Vereinten Nationen (UN) ein Routinetermin. An diesem Tag beginnt die 81. Sitzungsperiode der Generalversammlung, und den Vorsitz übernimmt der Bangladeschi Khalilur Rahman. Für Annalena Baerbock heißt derselbe Tag: Schluss. Nach einem Jahr an der Spitze des Gremiums hat die frühere Außenministerin erstmals seit langem kein Amt mehr inne.Die Frage, was danach kommt, hat sie zuletzt Ende Juli in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ) kommentiert. Sie wolle „ein neues Lebenskapitel aufschlagen“, sagte sie dort. Seither ist nichts Konkreteres hinzugekommen.

Was sie ausschließt

Eine Option hat Baerbock selbst gestrichen. In New York wird in diesem Jahr auch die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres geklärt, und sie hat klargemacht, dass sie dafür nicht zur Verfügung steht. Nach dem informellen Rotationsprinzip sei ohnehin Lateinamerika an der Reihe, und dort gebe es „hervorragende Frauen“.Ihre Forderung an die Vereinten Nationen bleibt trotzdem deutlich: Nach 80 Jahren müsse endlich eine Frau an die Spitze. Eine Institution, die acht Milliarden Menschen vertrete und für Menschenrechte einstehe, könne kaum erklären, warum sie erneut keine finde. Baerbock will also eine Frau in diesem Amt sehen, nur nicht sich selbst. Damit fällt die Möglichkeit weg, die ihre New Yorker Jahre am naheliegendsten fortgeschrieben hätte.