PfadnavigationHomeICONISTTrendsDaumen hoch? Verdächtig!Welche Emojis Sie richtig alt aussehen lassenVon Josie RathVolontärin an der Axel Springer Academy Stand: 14:29 UhrLesedauer: 5 MinutenSchon ein Blick auf die Tastatur kann zeigen, wie unterschiedlich Generationen digital kommunizierenQuelle: Unsplash.com/Denis CherkashinEin Daumen hoch, ein Herz oder ein Totenkopf: Welche Emojis wir benutzen, verrät erstaunlich viel über unser Alter. Und manches harmlose Symbol kann im Familienchat plötzlich ganz anders ankommen als gedacht.Eine kurze Nachricht, zwei Wörter: „Ist erledigt.“ Dahinter ein Kussmund 😘. So kann eine ganz normale WhatsApp-Nachricht von Mama aussehen. Schreibt die Tochter denselben Satz, landet dahinter womöglich eher ein Herz, geformt aus zwei Händen 🫶🏼. Und während ein „Alles klar“ bei den einen zuverlässig mit einem Daumen nach oben 👍🏼 quittiert wird, schlagen Jüngere dafür lieber digital ein 🤝🏼.Jede Generation hat ihre kleinen sprachlichen Verräter. Die einen verabschieden sich noch mit „LG“, andere finden „LOL“ längst peinlich. Wer seine WhatsApp-Nachrichten für vollkommen zeitlos hält, sollte allerdings einmal die zuletzt verwendeten Emojis öffnen. Inzwischen reichen manchmal schon die kleinen Bildchen am Satzende, um sich im Gruppenchat altersmäßig verdächtig zu machen. Ein weinendes Gesicht kann für Gen Z, also 16- bis 30-Jährige, schallendes Gelächter bedeuten und ein Totenkopf etwas so Lustiges, dass man daran – zumindest metaphorisch – gestorben ist.Lesen Sie auchEine aktuelle Auswertung der „New York Times“ zeigt, wie unterschiedlich Gen X, Millennials, Gen Z und noch jüngere Nutzer Emojis verwenden. Und sie hält eine unangenehme Erkenntnis für alle bereit, die sich gerade noch für digital jung hielten: Auch Emojis altern. Und zwar ziemlich schnell.Der Daumen macht Sie verdächtigEigentlich spricht wenig gegen den „Daumen hoch“. „Verstanden“, „Alles klar“, „wird gemacht“ – ein einziges Symbol ersetzt gleich mehrere Wörter. Und trotzdem ist ausgerechnet dieses Emoji zu einem kleinen Generationenkonflikt geworden. Bei Gen X, den heute etwa 46- bis 61-Jährigen, gehört er laut der Auswertung weiterhin zu den besonders beliebten Emojis. Kompliziert wird es jedoch im Familienchat: Auf eine längere Nachricht des Nachwuchses folgt ein 👍🏼 – und während der Absender damit eigentlich nur „verstanden“ sagen wollte, fragt sich auf der anderen Seite jemand, warum Papa plötzlich so genervt ist. Unter Jüngeren kann dieselbe Reaktion nämlich kühl oder sogar passiv-aggressiv wirken. Entsprechend haben sich bei ihnen längst Alternativen etabliert. Ein Händedruck-Emoji 🤝🏼 sieht zwar nach Geschäftsabschluss aus, heißt in jüngeren Chats aber schlicht: abgemacht, verstanden, machen wir so. Und noch eine Angewohnheit kann verdächtig machen: Bei Händen und Gesten lässt sich längst ein Hautton auswählen. Wer trotzdem konsequent beim gelben Original bleibt, wirkt schnell wie jemand, der diese Funktion entweder nie entdeckt hat oder sich bis heute fragt, wozu man sie überhaupt braucht. Auch der Zwinker-Smiley 😉 oder das klassische OK-Zeichen 👌 gehören zu jenen ziemlich eindeutigen Emoji-Klassikern, die man häufiger in Chats der Mitte 50-Jährigen findet.Wer so lacht, ist nicht mehr der Jüngste im ChatBesonders deutlich werden die Unterschiede beim Humor. Das Gesicht mit den Freudentränen war jahrelang die Amtssprache des Internets. 2025 lag 😂 weltweit noch immer auf Platz drei der beliebtesten Emojis. Besonders Gen X hält laut der Auswertung an ihm und dem noch überschwänglicheren 🤣 fest. Lesen Sie auchJüngere weinen dagegen lieber. 😭 bedeutet längst nicht nur Trauer, sondern auch: Ich kann nicht mehr vor Lachen, wie süß oder wie unangenehm. 2025 war es sogar das weltweit meistverwendete Emoji. Noch eine Stufe weiter geht der Totenkopf: Bei den unter 30-Jährigen steht er meist für etwas besonders Lustiges, Absurdes oder Peinliches. Dazwischen sitzen die Millennials. Die heute etwa 30- bis Mitte-40-Jährigen sind mit 😂 und Co. groß geworden, springen aber nicht mehr auf jeden neuen Emoji-Trend auf. Die verwelkte Rose 🥀 etwa steigt bei Gen Z und Gen Alpha, also Teenager ab Jahrgang 2010, als Zeichen für Traurigkeit oder Liebeskummer auf, während sie in den untersuchten Millennial-Foren praktisch nicht vorkommt.Lesen Sie auchWer sich jetzt fragt, warum ausgerechnet die Jüngeren bestimmen dürfen, was ein Emoji bedeutet: Das tun sie gar nicht. Eine aktuelle Studie zeigt vielmehr, dass dasselbe Symbol je nach Generation tatsächlich unterschiedlich verstanden werden kann. Bei klassischen Lach- und Grinsegesichtern waren sich 18- bis 30-Jährige und Menschen über 60 weitgehend einig. Bei anderen Smileys gingen die Interpretationen dagegen auseinander: Ein vermeintlich freundliches Lächeln empfanden Ältere eher als ehrlich und angenehm, Jüngere häufiger als unaufrichtig oder unfreundlich.Der Clown geht selten in den ZirkusIrritierend ist auch das Clown-Emoji. Wer darin schlicht einen Clown sieht, liegt natürlich nicht falsch, versteht aber womöglich trotzdem nicht, was der Absender sagen wollte. Unter jüngeren Nutzern steht er häufig für Lächerlichkeit. „Ich dachte wirklich, er würde sich noch melden 🤡.“ Übersetzung: Was war ich bitte für ein Idiot.Das lächelnde Gesicht mit einer einzelnen Träne 🥲 ist ähnlich vieldeutig. Es ist weder richtig glücklich noch richtig traurig, sondern eher das digitale „Na ja, was soll man machen“. Der Zug ist weg, das Getränk ist umgefallen, der Tag läuft mäßig – kein Weltuntergang, aber schön ist es eben auch nicht.Noch kryptischer wird es, wenn einzelne Emojis miteinander kombiniert werden. Zwei Zeigefinger, die aufeinander zeigen, stehen unter jüngeren Nutzern für Schüchternheit, Verlegenheit oder ein kleinlautes Eingeständnis. „Habe übrigens vergessen, dir das Geld zu überweisen 👉🏻👈🏻.“Dass Generationen unterschiedlich kommunizieren, ist natürlich älter als das Smartphone. Früher waren es bestimmte Wörter, Redewendungen und Abkürzungen, heute kommen kleine gelbe Gesichter hinzu. Und irgendwann erwischt das digitale Altern jede Generation.Wer also wissen möchte, wie alt er im Gruppenchat wirkt, sollte einmal die zuletzt verwendeten Emojis öffnen. Und wer das alles für ziemlichen Unsinn hält, hat vermutlich schon die passende Antwort parat und verrät sich endgültig als Boomer oder Gen X: 👍🏼
Emojis: Das verrät Ihr Lieblingssymbol über Ihr Alter - WELT
Ein Daumen hoch, ein Herz oder ein Totenkopf: Welche Emojis wir benutzen, verrät erstaunlich viel über unser Alter. Und manches harmlose Symbol kann im Familienchat plötzlich ganz anders ankommen als gedacht.







