KI-Anbieter Anthropic will noch zum Ende dieses Monats den öffentlichen Antrag für seinen mit Spannung erwarteten Börsengang einreichen, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf anonyme Insider berichtet. Angestrebt werde dabei ein Volumen mindestens in Höhe des SpaceX-Börsengangs, der zunächst 75 Milliarden US-Dollar und inklusive Mehrzuteilungsoptionen durch Konsortialbanken 85,7 Milliarden US-Dollar einbrachte. Aktuell prüfe Anthropic noch die Zahlen für seinen Antrag.
Zuvor hatte die Financial Times berichtet, dass Investoren von einem Börsengang im Oktober mit einer Bewertung von zwei Billionen US-Dollar ausgehen. Auch hier sei die Erwartung, dass der SpaceX-IPO noch in den Schatten gestellt werde. Einem Reuters-Exklusivbericht zufolge stützt sich die Bewertung maßgeblich auf eine interne Umsatzprognose von 190 bis 200 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2028. Die Annahmen hinter der optimistischen Prognose seien allerdings intransparent. Bei den jüngsten Investorenbriefings unter der Leitung von Anthropics Finanzvorstand Krishna Rao sei die Frage der Bewertung ausgeklammert worden, schreibt Bloomberg.
Trägt Anthropics Geschäftsmodell?
Zuletzt hatte Anthropic bei einer Finanzierungsrunde im Mai 65 Milliarden US-Dollar aufgenommen, mit einer Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar. Die große Frage ist natürlich, ob Anthropic angesichts enormer Kosten für Training und Betrieb seiner KI-Modelle sowie für Infrastruktur überhaupt in der Lage sein wird, schwarze Zahlen zu schreiben. 2025 soll das Unternehmen laut Bloomberg-Bericht noch 42 Milliarden US-Dollar Verlust gemacht haben – rund fünf Mal so viel wie noch 2024.









