Laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft ist der Anteil Erwerbsfähiger im Osten stark gesunken. Die Zahl der Rentner nahm stark zu.
Weniger Junge und immer mehr Alte in Ostdeutschland: Der Anteil Erwerbsfähiger ist laut IW binnen 25 Jahren um 23 Prozent gesunken
Daniel Bockwoldt/dpa
rtr | Den ostdeutschen Flächenländern droht einer Studie zufolge ohne Zuwanderung ein drastischer Schwund der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Ohne Migration würde die Zahl der potenziellen Arbeitskräfte in diesen Bundesländern bis zum Jahr 2035 um mehr als ein Achtel sinken, bis 2045 sogar um gut ein Fünftel. Das geht aus Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorab vorlagen. „Damit dürfte sich die Situation der Wirtschaft, insbesondere auch bei der Versorgung mit Dienstleistungen, kaum erhalten lassen“, schreiben die IW-Ökonomen Philipp Deschermeier und Wido Geis-Thöne.
Der Studie zufolge ist die demografische Krise im Osten bereits weit fortgeschritten. Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 66 Jahren sank in den ostdeutschen Flächenländern zwischen Ende 1995 und Ende 2025 von 10,05 Millionen auf 7,74 Millionen. Dies ist ein Rückgang um 23 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Menschen ab 67 Jahren stark zu: von 1,82 auf 3,06 Millionen. Der Anteil der Erwerbsfähigen an der Gesamtbevölkerung fiel zugleich von 70,9 auf 62,7 Prozent.









