Marokko gehört für mich zu den Küchen, die erstaunlich viele Menschen lieben, die sie aber eigentlich gar nicht wirklich kennen. Fragt man in Deutschland nach marokkanischem Essen, fallen meist Wörter wie Tajine, Couscous und vielleicht noch Minztee. Danach wird es schnell still. Und das ist eigentlich schade, denn nicht viele Küchen erzählen ihre Geschichte so eindrucksvoll durch ihre Gewürze, ihre Zutaten und ihre Kochtechniken.

Marokko: Wo die Kulinarik keine Grenzen kennt

Marokko war über Jahrhunderte ein Schmelztiegel der Kulturen. Berber, Araber, Andalusier, Juden, Osmanen und später Franzosen – alle haben sie ihre Spuren hinterlassen. Als die Mauren nach dem Ende von Al-Andalus aus Spanien vertrieben wurden, brachten sie nicht nur Menschen und Wissen mit, sondern auch Obstgärten, Bewässerungstechniken, Mandelgebäck, Zitrusfrüchte und eine bis heute spürbare Esskultur. Die Franzosen wiederum hinterließen ihre Liebe zur Patisserie. Wer morgens durch Marrakesch oder Fès läuft, findet deshalb neben traditionellem Fladenbrot oft erstaunlich gute Baguettes und Croissants. Kulinarik kennt keine Grenzen.

Vorsicht! Wenn der Dampf aus dem Kessel gelassen wird, ist die Tajine noch richtig heiß.