Wohl kein Mensch auf der Welt ist so lange wach geblieben wie Randy Garner. Während eines Experiments in den Sechzigerjahren soll der damals 17-jährige Schüler aus San Diego 264 Stunden lang ohne Schlaf ausgekommen sein, also rund elf Tage – inoffizieller Weltrekord. Normalerweise verlangt das menschliche Gehirn jeden Abend eine Pause.
Doch welche Strukturen im Gehirn genau den unwiderstehlichen Drang zu schlafen steuern, ist bislang nicht im Detail erklärt. Ein Forschungsteam aus der Schweiz und den USA hat nun eine mögliche Erklärung gefunden, im Gehirn von Mäusen, wie es im Fachblatt »Nature« berichtet.In einer Testreihe untersuchten die Forschenden, wie sich das Gehirn der Tiere in unterschiedlichen Phasen des Tages verhielt. Sie verglichen die Hirnaktivität während normaler Schlaf-Wach-Zyklen, während eines sechsstündigen Schlafentzugs sowie im anschließenden Erholungsschlaf. Dabei identifizierten sie Hirnregionen, deren Aktivität die Dauer des Wachseins widerspiegelte.
Welche Neuronen sind für den Schlafdruck zuständig?So stießen sie auf Nervenzellen, die umso stärker aktiv waren, je länger die Nager wach blieben. Bei Schlafentzug feuerten sie bis zu dreimal stärker Signale ab als in ungestörten Wachphasen. Schliefen die Mäuse, ließ auch die Aktivität der Signale nach. Die Forschenden schlossen daraus, dass die Nervenzellen für den Drang zu schlafen verantwortlich sein könnten.








