PfadnavigationHomePanoramaUnwetter in Deutschland„Alles hat sich gedreht, das Zeug flog hoch“ – Tornado zerstört mehrere HäuserStand: 16:21 UhrLesedauer: 3 MinutenQuelle: Boris Roessler/dpa„Das hier müsste mein Dach sein“, sagt ein Hausbesitzer im hessischen Solms und zeigt auf einen Haufen Schutt im Garten. Augenzeugen schildern den Moment, als ein Tornado etliche Häuser mit voller Wucht trifft.Stefan Schäffl steht an seinem Haus in Solms (Lahn-Dill-Kreis) und kann es nicht fassen. „Ich weiß gar nicht, wo ich mit dem Aufräumen anfangen soll“, sagt der 63-Jährige. Tränen verschleiern seinen Blick auf sein von einem Tornado verwüstetes Grundstück. Seine Autos sind kaputt, das Gewächshaus ist weggeflogen, sein Haus ist beschädigt, auf dem Gehweg liegt das Dach des Nachbarhauses.„Alles hat sich gedreht, das Zeug flog hoch“, beschreibt er den heftigen Sturm. „Ich habe mich am Geländer festgehalten, um nicht wegzufliegen.“ Dann habe er sich in ein Nebengebäude retten können.Wie stark der am Mittwochabend im Großraum Wetzlar aufgetretene Tornado war, wird vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach noch analysiert. Fest steht: Er hat etliche Häuser mit voller Wucht getroffen. Viele Menschen können erst einmal nicht in ihr Zuhause zurück. Verletzt wurde ersten Erkenntnissen zufolge niemand.Lesen Sie auchIm Wetzlarer Stadtteil Münchholzhausen wurden nach Angaben der Feuerwehr etwa 60 Häuser beschädigt. Einige Dachteile flogen bis zu 100 Meter weit. Die Schäden reichten von einzelnen fehlenden Dachziegeln bis zu vollständig abgedeckten Dächern.In dem etwa 15 Kilometer entfernten Solms traf es laut Angaben der Bürgermeisterin Katharina Didlapp etwa ein Dutzend Häuser. Bei mehreren wurden die Dächer abgedeckt. Die Höhe des Schadens sei noch nicht bezifferbar, so die Bürgermeisterin. „Aber er ist immens.“Lesen Sie auchAm Morgen nach dem Tornado ist das betroffene Gebiet im Ortskern des Solmser Ortsteils Oberndorf noch gesperrt, vor den betroffenen Häusern tummeln sich einige Schaulustige. „Das hier müsste mein Dach sein“, sagt der betroffene Hauseigentümer Zafer Baglan und zeigt auf einen Haufen Schutt, der etwa 20 Meter von seinem Haus entfernt mitten in einem Garten liegt.Er habe sich am Vorabend zunächst über die seltsamen, minutenlangen Geräusche gewundert, erinnert er sich. „Das hörte sich an wie von einem Flugzeug.“Dann kam der Tornado. Das Dach flog weg, die fünfköpfige Familie und ihr Besuch rannten auf die Straße – und schnell wieder zurück ins Haus, um sich vor den herumfliegenden Teilen in Sicherheit zu bringen. „Wir waren alle schockiert“, so Baglan. Ein Teil seines Dachs sei auf die Hauptstraße gefallen, auf der zu dieser Zeit glücklicherweise kein Auto gefahren sei.Die Nacht verbrachte er bei seinem Bruder, nun wartet er auf den Dachdecker, der das Dach wenigstens notdürftig abdecken soll. Wo er und seine Familie schlafen werden, bis sein Haus wieder bewohnbar ist, weiß er bisher nicht.„Insgesamt sind etwa 12 bis 15 Familien betroffen, deren Häuser schwer beschädigt wurden“, erklärt die Bürgermeisterin. Für die erste Nacht seien alle vorerst bei Bekannten oder Verwandten untergekommen. Wie es weitergehe, wisse sie bis jetzt nicht: „Es kann sein, dass wir Notunterkünfte zur Verfügung stellen müssen.“Der betroffene Hauseigentümer Schäffl will einerseits so schnell wie möglich wieder zurück in sein Haus. Doch er habe Angst, ins ausgebaute Dachgeschoss zu gehen und zu sehen, was der Tornado auch dort oben angerichtet habe, erzählt der Mann.Unwettergefahr wegen Starkregen besteht auch am Freitag, wie der DWD vorhersagt. Dies sei lokal der Fall, erwartet werden einzelne Gewitter, die am Nachmittag von Südwesten her aufziehen. Auch Hagel und stürmische Böen können auftreten.dpa/kami/ll
Unwetter in Deutschland: „Alles hat sich gedreht, das Zeug flog hoch“ – Tornado zerstört mehrere Häuser - WELT
„Das hier müsste mein Dach sein“, sagt ein Hausbesitzer im hessischen Solms und zeigt auf einen Haufen Schutt im Garten. Augenzeugen schildern den Moment, als ein Tornado etliche Häuser mit voller Wucht trifft.














