Auf ein minutenlanges Grollen folgte das Chaos: Ein Unwetter hat in mehreren hessischen Orten Schäden angerichtet und ganze Häuser abgedeckt. Beim Anblick der Zerstörung kommen Betroffenen die Tränen.

Stefan Schäffl steht an seinem Haus in Solms (Lahn-Dill-Kreis) und kann es nicht fassen. „Ich weiß gar nicht, wo ich mit dem Aufräumen anfangen soll“, sagt der 63-Jährige. Tränen verschleiern seinen Blick auf sein von einem Tornado verwüstetes Grundstück. Seine Autos sind kaputt, das Gewächshaus ist weggeflogen, sein Haus ist beschädigt, auf dem Gehweg liegt das Dach des Nachbarhauses.

„Alles hat sich gedreht, das Zeug flog hoch“, beschreibt er den heftigen Sturm. „Ich habe mich am Geländer festgehalten, um nicht wegzufliegen.“

Wie stark der am Mittwochabend im Großraum Wetzlar aufgetretene Tornado war, wird vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach noch analysiert. Fest steht: Er hat am Mittwochabend etliche Häuser mit voller Wucht getroffen. Viele Menschen können erst einmal nicht in ihr Zuhause zurück. Verletzt wurde ersten Erkenntnissen zufolge niemand.

Im Wetzlarer Stadtteil Münchholzhausen wurden nach Angaben der Feuerwehr etwa 60 Häuser beschädigt. Einige Dachteile flogen bis zu 100 Meter weit. Die Schäden reichten von einzelnen fehlenden Dachziegeln bis zu vollständig abgedeckten Dächern. In dem etwa 15 Kilometer entfernten Solms traf es laut Angaben der Bürgermeisterin Katharina Didlapp etwa ein Dutzend Häuser. Bei mehreren wurden die Dächer abgedeckt. Die Höhe des Schadens sei noch nicht bezifferbar, so die Bürgermeisterin. „Aber er ist immens.“