Die Schiffbauindustrie läuft global auf Hochtouren. Die Branche verzeichne den zweithöchsten Auftragseingang ihrer Geschichte und generiere für die Zulieferindustrie erhebliche Wachstumschancen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), Reinhard Lüken, in Hamburg. Deutschland profitiere vorwiegend von einer starken Nachfrage nach Kreuzfahrtschiffen, Superjachten, Marine- und Spezialschiffen. Zudem nehme der Bau großer Offshore-Konverterplattformen Fahrt auf.
„Wir haben wirklich extrem Rückenwind“, sagte Lüken. Und vor allem gebe es so stabile Perspektiven wie er es noch nie erlebt habe. Die Schiffbauindustrie sei definitiv eine Wachstumsbranche, betonte Lüken rund eineinhalb Wochen vor Beginn der Weltleitmesse für die maritime Wirtschaft, die SMM (Shipbuilding, Machinery & Marine Technology) in Hamburg.
Deutsche Reeder bestellen Containerschiffe fast nur in ChinaBei großen Containerschiffen dominiere jedoch China. So entfallen bei den Ablieferungen im kommenden Jahr von den weltweit 17 Millionen zusätzlichen CGT – Compensated Gross Ton ist eine Maßeinheit zur Vergleichbarkeit der Schiffsproduktion und Werftleistung – 15 Millionen auf China, wie Lüken sagte. „Das ist nicht das Ergebnis von normalen Marktverhältnissen, sondern das ist ganz klar Ergebnis von einer erfolgreichen, muss man sagen, zielgerichteten Industriepolitik.“ Insgesamt würden von chinesischen Werften im kommenden Jahr 37,9 Millionen CGT ausgeliefert, Europa komme auf 2,6 Millionen, die USA auf gerade einmal 100.000.








